Polizei untersucht rassistische Ausfälle bei Länderspiel | Sport | DW | 21.03.2019
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Rassismus im Stadion

Polizei untersucht rassistische Ausfälle bei Länderspiel

Während des Länderspiels des DFB-Teams gegen Serbien haben laut Zeugen einige Zuschauer die Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan rassistisch beleidigt. Die Wolfsburger Polizei leitete Ermittlungen ein.

Rassistische Ausfälle auf der Tribüne haben das erste Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Jahr 2019 überschattet. Die Polizei in Wolfsburg leitete Ermittlungen ein. Es habe mehrere Hinweise gegeben, unter anderem vom Deutschen Fußball-Bund, sagte ein Polizeisprecher. Während des Testspiels gegen Serbien (1:1) am Mittwochabend seien die Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan "von einer kleinen Gruppe von Zuschauern fortwährend beleidigt" worden, schrieb der DFB. Dank der Unterstützung eines Fans habe der Verband den Kartenkäufer für die "Plätze, auf denen die Störenfriede saßen, ausfindig machen" können.

Der Vorfall habe ihn sehr betroffen gemacht, sagte Verbandschef Reinhard Grindel bei einer Podiumsdiskussion in Frankfurt: "Kein Spieler darf diskriminiert werden. Wir als DFB werden jedem, der das tut, die Rote Karte zeigen."

"Niemand hat etwas dagegen gesagt"

Zuvor hatte der Sportjournalist André Voigt auf den sozialen Netzwerken ein Video veröffentlicht, in dem er von den verbalen Ausfällen dreier Zuschauer berichtete, die hinter ihm auf der Tribüne saßen. "Die drei haben zuerst die ganze Zeit über Löw, die Spieler und das Stadion hergezogen. In der zweiten Halbzeit ging es dann mit rassistischen Beleidigungen gegen Sané und Gündogan weiter, drei-, vier-, fünfmal, immer wieder", sagte Voigt, Chefredakteur des Basketball-Magazins "Five", der Deutschen Presse-Agentur.

"Irgendwann habe ich mir gedacht: Wenn ich jetzt nichts sage, kann ich heute Nacht nicht einschlafen. Auch wenn meine Tochter gerade mit ihrem Kopf in meinem Schoß schlief, ich musste einfach was sagen", berichtete der 45-Jährige. "Aber auch danach ging es immer weiter, bis hin zu Äußerungen wie 'Heil Hitler'. Was mich schockiert hat, dass ansonsten niemand im Block etwas dagegen gesagt hat, sondern es auch noch Bestätigung für die drei gab."

Voigt erhielt via Twitter und Facebook zahlreiche Reaktionen. "Ich hätte nie gedacht, dass es solche Wellen schlägt. Ich habe ja kein Katzenbaby gerettet, sondern bin nur gegen ein paar Idioten aufgestanden", sagte Voigt der dpa. "Es kommt auch einiges an Hass, aber das positive Feedback überwiegt."

sn (dpa, Twitter, Facebook)

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