Polizei in Hongkong geht gegen Demonstranten vor | Aktuell Asien | DW | 19.01.2020
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Hongkong

Polizei in Hongkong geht gegen Demonstranten vor

Mit Tränengas und Gewalt hat die Polizei in Hongkong versucht, eine Demonstration aufzulösen. Zwei Polizisten wurden bei den Auseinandersetzungen blutig geschlagen. Offenbar wandte die Polizei eine neue Taktik an.

Die Polizei in Hongkong hat Tränengas eingesetzt, um eine regierungskritische Kundgebung Tausender Demonstranten im Stadtzentrum aufzulösen. Zuvor hatten sich mehr als 1000 Menschen in einem Park versammelt, um demokratische Reformen zu fordern.

Einige schwenkten amerikanische und britische Flaggen. Viele Familien und Kinder waren anwesend und es herrschte eine friedliche Atmosphäre, bis die Polizei die Menschenmengen zum Verlassen des Geländes aufforderte.

Demonstranten schwenken britische und amerikanische Fahnen

Demonstranten schwenken britische und amerikanische Fahnen

Die Sicherheitskräfte schritten sofort ein, als sich die Kundgebung in einen Demonstrationsmarsch verwandelte. Bereitschaftspolizisten jagten Demonstranten, es gab einige Festnahmen. Auch ein Wasserwerfer war zu sehen, der aber nicht zum Einsatz kam. Einige Demonstranten bauten Barrikaden auf, gruben Pflastersteine aus und zerstörten Ampeln. Sie waren komplett schwarz gekleidet.

Beamte, die auf einer nahe gelegenen Straße Menschen stoppten und durchsuchten, wurden von Demonstranten mit Flaschen und Farbe beworfen. Eine Gruppe von Beamten in Zivil wurde von maskierten Demonstranten angegriffen und mit Regenschirmen und Stöcken geschlagen, berichtete ein AFP-Reporter. Zwei Beamte mit blutenden Kopfwunden wurden von Kollegen gegen weitere Angriffe abgeschirmt. "Solche entsetzlichen Taten sind nicht zu entschuldigen", erklärte die Polizei auf Facebook.

Ein verletzter Demonstrant wird von der Polizei abgeführt

Ein verletzter Demonstrant wird von der Polizei abgeführt

Die Polizei hatte lediglich eine Kundgebung in dem Park genehmigt, den ursprünglich beantragten Demonstrationszug dagegen unter Verweis auf frühere gewaltsame Proteste untersagt. Die Polizei wandte dieses Mal offenbar eine neue Taktik an und rückte bereits vor Eintreffen der Demonstranten in Masse und in Schutzkleidung an. Beamte durchsuchten zudem Passanten in der Nähe.

Die seit Juni anhaltenden Proteste richten sich gegen den wachsenden Einfluss Chinas in der früheren britischen Kronkolonie. Hongkong ist seit 1997 eine chinesische Sonderverwaltungszone, in der die Einwohner größere persönliche Freiheiten genießen als in der Volksrepublik. Die Demonstranten sehen diese Freiheiten gefährdet. Einer Reuters-Umfrage zufolge stehen 59 Prozent der Hongkonger hinter den Protesten.

stu/fab (rtr, afp)

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