Politik direkt Forum vom 10.10.2013 | Forum | DW | 17.10.2013
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Forum

Politik direkt Forum vom 10.10.2013

11.2007 DW-TV Politik direkt Forum Archiv deu

Die Sendung:

Flüchtlingspolitik nach der Katastrophe von Lampedusa / Ringen um eine neue Regierung / Streit um die KZ-Gedenkstätte Sobibor / Politikfestival in Paretz

Reaktionen unserer Zuschauer:

René Junghans, Brasilien

"Flüchtlingsdrama: Die Opfer dieser misslungenen Überfahrten tun mir ja schrecklich leid, aber niemand hat sie eingeladen, nach Europa zu kommen. Dass die Afrikaner in Berlin und anderswo in Deutschland und der EU irgendwelche Rechte fordern und sich darüber beklagen, keine Arbeit zu finden, finde ich ungerecht, denn in allen Ländern der EU gibt es Einheimische und regulär Zugewanderte die auch arbeitslos sind, aber rechtmäßig Anspruch auf Unterstützung haben und diese auch bekommen. Es geht nicht an, illegale Einwanderer auf Kosten der Steuerzahler durchzufüttern. Jedes Land muss sich selbst für ihre Einwohner verantwortlich zeigen, denn weder Deutschland noch die EU können alle Probleme der Welt beseitigen, dazu fehlen ganz einfach die Ressourcen. Es handelt sich sehr wohl um eine Überlebensfrage der europäischen Länder. Der Zustrom von Flüchtlingen muss durch entsprechende Maßnahmen gestoppt werden. Dazu gehört eine militärische Absicherung der Grenzen im Mittelmeerraum. Will man was tun, so kann man ja Arbeitsplätze in den Ursprungsländern der Flüchtlinge finanzieren. Auf lange Sicht kommt das viel billiger und ist entsprechend wirksamer.
Sobibor: Ich finde, die Deutsche Regierung hat zumindest eine moralische Pflicht, Sobibor und andere KZ-Anlagen als Mahnmale instand zu halten, um neue Gräueltaten wo immer in der Welt bestmöglich zu verhindern. Wer seine Vergangenheit verleugnet, der schließt seine Augen vor der Zukunft, denn die Rechtsradikalen sind Europaweit vertreten und wir alle sollten wachsam sein, damit diese nicht wieder an die Macht kommen."

Erwin Scholz, Costa Rica

Flüchtlinge

Leiden, flüchten, überleben?
Seinem Schicksal sich ergeben?
Dem Bürokrat sich anvertraun?
Die Heimat hat hier hin zu schaun,
sie, die zu oft nur eine Farce
für ihn, der weiß, elendig war´s.
Dort oder hier, der Ort fürs Sein,
"Heimat" von Abel und von Kain.

Regierungs-Bildung

Schwarz mit Grün?
Noch zu kühn.
Schwarz und Rot
ging zur Not.
Schwarz allein
könnt es sein,
würd gewählt,
ausgezählt
ohne Scheu
nochmal neu.

Sobibor

Ein Junge schneidet dem Mädchen das Haar.
Bitte nicht zu kurz: Zähl erst siebzehn Jahr.
Dann wurd es umgebracht. Der Traum, er war.

Politikfestival

Auf dem Festival präsent auch der Dorfchef Lück.
Vielleicht bringt´s der FDP wieder etwas Glück.



Hannelore Krause, Deutschland

"Ringen um eine neue Regierung: Es mutet schon merkwürdig an, dass eine Partei, die zwar über hohe Stimmenanteile, aber nicht über die absolute Mehrheit verfügt, nun auf der Suche nach einem neuenKoalitionspartner ist, weil der vorherige ihr abhanden gekommen ist. Nun bieten sich zwei Partner an, die beide natürlich versuchen, ihre Wahlversprechen durchzusetzen - so als kleine Erpressung. Und der eigentliche Gewinner der Wahl muss politische Kompromisse schließen und kann möglicherweise seine Wahlversprechen nicht so richtig einhalten. Aber so funktioniert Politik - jedenfalls bei uns in Deutschland. Das Volk fühlt sich natürlich belogen und betrogen. Und wie beschämend ist es doch für Politiker, die - noch in der Opposition - Deutschland mit einer Bundeskanzlerin Angela Merkel "am Boden" sehen, und -wenn es um die Wurst geht - bei entsprechenden Verhandlungen allerdings mit ihr "kuscheln" wollen. Aber das ist eben Politik. Flüchtlinge: Nicht erst seit kurzem erreichen uns die Horrormeldungen von untergehenden oder zerberstenden Schiffen mit Flüchtlingen, die - aus Afrika kommend - die italienische Insel Lampedusa ansteuern. Es ist höchste Zeit, dass nicht nur geredet oder debattiert wird. Es muss gehandelt werden. Aber offensichtlich befinden sich die Verantwortlichen in Agonie. Es kann nicht sein, dass sich der afrikanische Kontinent auf den Weg nach Europa macht - und ganz besonders nach Deutschland, weil die sog. Schleuser ihnen den Himmel auf Erden versprechen. Und es sind eben leider nicht alles Menschen, die ein Anrecht auf Asyl haben. Vielleich sollte man sich einmal Gedanken über den Verbleib von Entwicklungshilfe in afrikanischen Ländern machen."

Herbert Fuchs, Finnland

"Was tun sprach Zeus", kann man schon fast täglich dazu sagen, was die vom Schicksal gebeutelten Afrikaner angeht, die in Europa ihr Überleben unter allergrößter Gefahr für Leib und Leben suchen. Ganz egal - Hauptsache weg aus Afrika und dabei könnte ihre alte Heimat alles bieten, wenn nur dort vor Ort ein kleiner Funke Licht am Horizont wäre und deren Regierungen zusammen mit der EU eine passende Lösung finden würden um dort in ihrer Heimat Afrika einigermaßen lebenswürdig leben zu können mit etwas Arbeit & Brot & Wasser. Die Globalisierung ist meiner Meinung nach der Zündstoff, weil viele jungen Generationen der Afrikaner eingesehen haben, dass ihr Heimatland nur eine sprichwörtliche Wüste ist und für sie bleibt.
Bundeskanzlerin Merkel im Abseits, das heißt, in erster Linie möchten die ganzen bunten politischen Brüder und Schwestern der Gegenparteien selbst gerne an die Fleischtöpfe heran. Die Wählerschaft hofft sicher, dass dieses Affentheater bald sein gutes Ende findet. Alle wollen das Sagen haben und keiner will den politischen Karren mit Einschränkungen ziehen.

Man sollte niemals solche KZ-Gedenkstätten wie Sobibor aus dem Gedächtnis streichen. Man sollte diese Gedenkstätte immer in Ehren halten für die nachfolgenden Generationen, selbstverständlich auch mit Hilfe gerade aus Deutschland. Auch wenn es zeitlich ähnlich vergessen wird wie z.B. die Völkerschlacht bei Leipzig ist es die heilige Pflicht, die Erinnerung an das Böse im Menschen und zu was er fähig ist, wach zuhalten. Einen lieben Menschen zu verlieren und das noch mit Gewalt ist bestimmt das allerschrecklichste was es gibt auf Erden. "Jeder Mensch hat das Recht zu leben", weil wir alle nur auf einer kurzen Wanderschaft sind. Respekt vor dem anderen Menschen sollte gerade in solchen KZ-Gedenkstätten jungen Menschen gezeigt werden mit meinem Lebensmotto: "Mensch sein - Mensch bleiben".

Die Redaktion von ‚Politik direkt’ behält sich das Recht vor, Zuschriften zu kürzen.