Platz für neue Ideen | Top-Thema – Podcast | DW | 08.10.2013
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Top-Thema – Podcast

Platz für neue Ideen

Aus leer stehenden Kneipen und Läden in Berlin machen Jugendliche Fotolabore und Schreibwerkstätten. Im Berliner Projekt „Junge Pächter“ schaffen sie so auch in Brennpunktvierteln Raum für Kunst, Kultur und Bildung.

Im kleinen Laden „MachWerk“ im Berliner Stadtteil Wedding kann man von Jugendlichen und jungen Erwachsenen lernen, wie man Fahrräder und Elektrogeräte repariert, Fotos entwickelt, Möbel baut oder Dekorationen herstellt. Jeder, der etwas kann, bringt es den anderen bei – und das kostenlos. „MachWerk“-Mitbegründer Jakob Bogatzki sagt: „Viele von uns kommen aus einem bildungskritischen Umfeld. Unser Ziel ist es, eine neue Form von Lernen zu etablieren.“

„MachWerk“ ist einer von sechs Orten in Berlin, wo junge Menschen im Rahmen des Projekts „Junge Pächter“ ihre eigenen kreativen Ideen verwirklichen können. Geleitet wird das Projekt vom „JugendKunst- und Kulturhaus Schlesische 27“ in Berlin-Kreuzberg. Bei einer Umfrage aus dem Jahr 2008 waren die Initiatoren darauf aufmerksam geworden, dass Jugendliche nicht nur bei Kunst- und Kulturprojekten mitmachen, sondern sie selbst organisieren wollen.

Seit 2011 haben Studenten, junge Berufstätige, Auszubildende, Arbeitslose und Schüler die Möglichkeit, in leer stehenden Kneipen, Läden, Kellern und anderen Räumen in Berlin kreativ zu werden: Sie schreiben, fotografieren, spielen Theater, drucken T-Shirts und Plakate, machen Musik und Filme. Die Räume verwalten und gestalten sie selbst, werden bei ihren Projekten jedoch finanziell und – falls nötig – technisch unterstützt.

Im September 2013 wurde das Projekt „Junge Pächter“ mit dem „BKM-Preis Kulturelle Bildung“ von der Bundesregierung ausgezeichnet und erhielt dafür 20 000 Euro. Der Preis wird jedes Jahr innovativen Projekten verliehen, die auch Menschen erreichen, die kulturelle Angebote bisher nicht oder kaum genutzt haben. Auch die „Jungen Pächter“ arbeiten in so genannten sozialen Brennpunktvierteln der Stadt, in denen die Arbeitslosigkeit höher und das Leben der Jugendlichen schwieriger ist als anderswo.


Glossar

leer stehend – leer; unbewohnt

Fotolabor, -e (n.)ein Ort, an dem man einen Fotoabzug aus Papier herstellen kann

Schreibwerkstatt, -werkstätten (f.) – ein Ort, an dem man kreatives Schreiben lernt

Pächter, -/Pächterin, -nen – der Mieter/die Mieterin eines Geschäfts

für etwas Raum schaffen – hier: etwas möglich machen

Brennpunktviertel, - (n.) – ein Stadtteil, in dem es viele soziale Probleme (z. B. Arbeitslosigkeit, Armut) gibt

etwas entwickeln – hier: etwas herstellen

Dekoration, -en (f.) – der Gegenstand, der die Wohnung schöner macht

kostenlos – umsonst; ohne, dass etwas Geld kostet

Mitbegründer, -/Mitbegründerin, -nen – jemand, der mit anderen etwas gründet

bildungskritisch – so, das man die herrschende Art, Bildung zu vermitteln, kritisiert

Umfeld, -er (n.) – die Umgebung; hier auch: die Familie; der Freundeskreis

etwas etablieren – hier: etwas Neues einführen

im Rahmen (mit Genitiv) – hier: anlässlich; innerhalb von etwas

kreativ – so, dass man sich etwas Neues ausdenkt

etwas verwirklichen – etwas ausführen; etwas machen; eine Idee umsetzen

Umfrage, -en (f.) – die Untersuchung, bei der viele Menschen dieselbe Frage beantworten

Initiator, -en/Initiatorin, -nen – hier: jemand, der etwas Neues einführt oder gründet

einen Raum gestalten – einen Raum einrichten und dekorieren

jemanden mit etwas aus|zeichnen – jemanden durch etwas ehren

jemandem etwas verleihen – hier: jemanden durch etwas ehren

jemanden erreichen – hier: jemanden auf sich aufmerksam machen


Fragen zum Text
1. „MachWerk“ ist ein …
a) Fahrradgeschäft in Berlin.
b) sozialer Brennpunkt in Berlin.
c) Ort, an dem man etwas lernen und ausprobieren kann.

2. Bei einer Umfrage kam heraus, dass Jugendliche …
a) gerne eigene Kunst- und Kulturprojekte machen wollen.
b) gute Ideen haben, wie man leerstehende Räume in der Stadt nutzen kann.
c) mit Kulturprojekten Geld verdienen wollen.

3. Was steht nicht im Text?
a) Die Räume werden für verschiedene Aktivitäten genutzt.
b) Das Projekt „Junge Pächter“ findet auch die Bundesregierung gut.
c) Die Jugendlichen müssen Miete für die Räume bezahlen, die sie nutzen.

4. Welches Relativpronomen passt? „Den Preis bekamen dieses Jahr Jugendliche, … in sozialen Brennpunktvierteln Kulturprojekte organisieren.“
a) die
b) wo
c) denen

5. Durch welches Wort kann man „wo“ ersetzen? „MachWerk“ ist einer von sechs Orten, wo junge Menschen ihre eigenen Ideen verwirklichen können.“
a) an die
b) an denen
c) woran



Arbeitsauftrag
Findet im Internet mehr über die „Jungen Pächter“ heraus und stellt im Kurs vor, welche Projekte die Jugendlichen anbieten. Bei welchem würdet ihr selbst gerne mitmachen? Habt ihre Ideen für andere Kunst- und Kulturprojekte?

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