Platini verabschiedet sich uneinsichtig | Fußball | DW | 14.09.2016
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Fußball

Platini verabschiedet sich uneinsichtig

Vor dem vermeintlichen Neustart gibt es ein Rendezvous mit der Vergangenheit: Der gesperrte Ex-Präsident Platini spricht beim UEFA-Wahlkongress als erster Redner. Der Franzose ist sich weiter keiner Schuld bewusst.

Direkt nach seinem emotionalen Abschied marschierte Michel Platini durch die Seitentür hinaus. Trotz seiner Sperre durfte der Ex-Präsident beim UEFA-Wahlkongress in Athen, bei dem im Laufe des Tages sein Nachfolger als UEFA-Präsident gewählt wird, gleich als erster Redner noch einmal ins Scheinwerferlicht - und zeigte weiterhin keinerlei Einsicht. "Sie müssen nur wissen, dass ich ein ruhiges Gewissen habe und ich überzeugt bin, keinen einzigen Fehler gemacht zu haben", sagte der Franzose bei seiner Ansprache. Er werde seinen "Kampf" gegen die vierjährige Verbannung aus der Fußball-Welt vor den Gerichten weiterführen.

Acht Minuten lang redete Platini vor den Delegierten, zitierte den früheren israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres, versuchte sich als Kämpfer für einen reinen Sport zu inszenieren. Eigentlich ist der 61-Jährige von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen, sein von ihm ersehnter Auftritt war nur durch eine Sondergenehmigung der FIFA-Ethikhüter möglich. "Wir haben den Fußball geschützt vor Übermaß und allen Verzerrungen, unter denen er zu leiden hatte. Sie werden dieses wunderschöne Abenteuer ohne mich weiterführen", sagte Platini. Für seine Rede erhielt er zwar freundlichen Applaus, die Delegierten erhoben sich allerdings für ihn nicht von ihren Sitzen. Kurz schaute Platini noch einmal ins Rund der Kongresshalle im Grand Resort Lagonissi an der malerischen Athener Riviera - und verließ direkt vom Podium aus den Saal.

Zwei Millionen Franken

Platini war wegen einer dubiosen Zahlung von zwei Millionen Franken von Ex-FIFA-Chef Joseph Blatter aus dem Jahr 2011 zunächst von der FIFA-Ethikkommission für acht Jahre gesperrt worden. Der Bann wurde später durch die Berufungskommission und den Internationalen Sportgerichtshof CAS um je zwei auf insgesamt vier Jahre reduziert. Die UEFA wählt nun einen Nachfolger. Zur Wahl stehen der Slowene Aleksander Ceferin und Michael van Praag aus den Niederlanden.

asz/to (dpa)

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