Pläne bei Thyssenkrupp: Aus eins macht zwei | Wirtschaft | DW | 27.09.2018
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Unternehmen

Pläne bei Thyssenkrupp: Aus eins macht zwei

Thyssenkrupp will sich in zwei eigenständige Unternehmen aufteilen. Demnach soll das Geschäft mit Industriegütern und das Werkstoffgeschäft künftig jeweils als eigenständige börsennotierte Gesellschaft geführt werden.

Der Mischkonzern Thyssenkrupp, dessen weltweit 158.000 Mitarbeiter im vergangenen Jahr 41,5 Milliarden Euro erwirtschaftet haben, will mit einem großen Wurf aus der Krise: Nach einer monatelangen Führungskrise wird der Essener Konzern grundlegend umgebaut und dabei in zwei eigenständige Unternehmen aufgespalten.

Dies kündigte die Führung am Donnerstag an. Der Vorstand werde dem Aufsichtsrat das entsprechende Konzept auf einer Sitzung am Sonntag vorschlagen.

Über die konkrete Teilung muss laut Unternehmen dann die Hauptversammlung entscheiden. Das könne "in 12 bis 18 Monaten geschehen", erklärte der Konzern. "Wir stehen zur Sozialpartnerschaft und zum Standort Nordrhein-Westfalen", erklärte außerdem Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff.

Materials und Industrials

Ziel seien "zwei deutlich fokussiertere und leistungsfähigere Unternehmen", hieß es. Beide sollen an der Börse notiert sein. Auf der einen Seite werde die "Thyssenkrupp Materials AG" unter anderem den 50-Prozent-Anteil aus dem fusionierten Stahlgeschäft mit dem indischen Partner Tata enthalten. Hinzu kommen der Handel mit Werkstoffen sowie der Marineschiffbau.

In dem zweiten Unternehmen "Thyssenkrupp Industrials AG" sollen dagegen das Geschäft mit Aufzügen oder Zulieferungen für die Autoindustrie gebündelt werden.

Symbolbild Stahl (Getty Images/L. Schulze)

Ob Thyssen oder Krupp oder schließlich Thyssenkrupp: Stahl hatte den Konzern groß und mächtig gemacht.

Fehlinvestitionen und Differenzen unter Aktionären

Die überraschenden Abgänge von Vorstandschef Heinrich Hiesinger und Aufsichtsratschef Ulrich Lehner hatten den Konzern im Sommer in eine tiefe Krise gestürzt. Noch immer machen Thyssenkrupp die Folgen einer milliardenschweren Fehlinvestition zu schaffen: Erst im vergangenen Jahr konnte sich der Konzern von einem verlustreichen Stahlwerk in Brasilien trennen.

Als Sorgenkind gilt nicht nur die schwächelnde Sparte für Anlagenbau, die vor einer weiteren Umstrukturierung steht. Auch die kurz vor seinem Abgang von Hiesinger eingefädelte Stahlfusion mit Tata ist noch nicht vollzogen.

Zuletzt hatten Aktionäre wie Cevian oder der US-Fonds Elliott Druck auf das Management ausgeübt. Sie forderten einen schnelleren und radikalen Umbau des Konzerns. Die zurückgetretenen Manager Hiesinger und Lehner hatten auf Differenzen im Aktionärskreis hingewiesen. Eine Schlüsselrolle kommt bei der Suche nach einer neuen Strategie zudem der Krupp-Stiftung als größtem Einzelaktionär zu.

dk/bea (dpa, rtr, afp)

 

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