Pistorius ohne Perspektive | Aktuell Afrika | DW | 10.04.2018
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Südafrika

Pistorius ohne Perspektive

Vor dem südafrikanischen Verfassungsgericht hat der frühere Sportheld um die letzte Chance gekämpft, sein Strafmaß abzumildern. Doch die Richter erklärten sich für nicht zuständig. So bleibt es beim Urteil wegen Mordes.

Für den früheren Paralympics-Star Oscar Pistorius sind damit alle Rechtsmittel ausgeschöpft. "Es gibt keine weiteren juristischen Möglichkeiten mehr für den Verurteilten", sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

Das südafrikanische Verfassungsgericht hatte einen Berufungsantrag des Ex-Sportlers bereits am 28. März zurückgewiesen, die Entscheidung jedoch erst jetzt veröffentlicht. Es handle sich nicht um eine Verfassungsangelegenheit, heißt es darin.

Der unterhalb beider Knie amputierte Pistorius hatte am Valentinstag 2013 seine Freundin Reeva Steenkamp in seinem Haus mit vier Schüssen durch eine Toilettentür getötet. Wegen "fahrlässiger Tötung" war er im Oktober 2014 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft, die auf Mord plädiert hatte, ging in Berufung. 2015 stufte das höchste Berufungsgericht die Tat als Mord ein, 2016 wurde Pistorius zu sechs Jahren Haft verurteilt. Nach einem erneuten Einspruch der Staatsanwaltschaft erhöhte ein Richter im November 2017 schließlich das Strafmaß auf 13 Jahre und fünf Monate Haft.

Vom Sporthelden zum Todesschützen

Dagegen erhob nun wiederum Pistorius Einspruch vor dem Verfassungsgericht. Die Richter hätten die von der ersten Instanz erkannten mildernden Umstände außer Acht gelassen, argumentierte er. Sein Fall vom international gefeierten Athleten zum Todesschützen und die darauffolgende juristische Auseinandersetzung durch mehrere Instanzen hatte weltweit Aufsehen erregt.

Sprinter Pistorius hatte bei Paralympischen Spielen auf eigens angefertigten Karbon-Prothesen sechs Goldmedaillen gewonnen. In London war er 2012 als erster beinamputierter Sportler bei den Olympischen Spielen gestartet.

rb/wa (afp, dpa)

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