Philippinische Ferieninsel Boracay öffnet am Freitag | DW Reise | DW | 24.10.2018
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Reise

Philippinische Ferieninsel Boracay öffnet am Freitag

Die als "Jauchegrube" bezeichnete Urlauberinsel auf den Philippinen empfängt nach sechsmonatiger Schließung ab 26. Oktober wieder Gäste aus dem Ausland. Die gröbsten Umweltverschmutzungen sind beseitigt.

Die Einheimischen durften bereits einen ersten Blick auf die wegen ihrer Verschmutzung für sechs Monate geschlossene Insel werfen. Besucher aus dem Ausland sind ab 26. Oktober wieder willkommen. Künftig dürfen höchstens 19.200 Touristen zugleich die Insel betreten. Die Behörden wollen diese Vorgabe mit Kontrollen etwa der Hotelangebote durchsetzen.

Philippinen Schließung Insel Boracay (Getty Images/AFP/N. Celis)

Polizisten kontrollierten die philippinische Urlauberinsel Boracay am Tag der Schließung im April 2018

Die Regierung ging bereits während der sechsmonatigen Sperrung hart gegen die Tourismus-Branche auf Boracay vor: Drei Casinos sowie knapp 400 Hotels und Restaurants wurden wegen Verstößen gegen die Umweltvorschriften dicht gemacht. Nicht genehmigte Gebäude entlang der Strände wurden dem Erdboden gleich gemacht.

Auch das Unterhaltungsprogramm auf der einstigen Partyinsel dampfte die Regierung ein. Wassersport ist für Touristen zunächst tabu, lediglich Tauchgänge werden erlaubt. Die Behörden vertrieben die zahlreichen Feuerspucker, Masseurinnen, Händler und selbst die Erbauer der bekannten Sandburgen von den Stränden. Alkohol und Zigaretten sind an den Stränden künftig verboten, ebenso wie die riesigen Partys mit zehntausenden Besuchern rund um den 1. Mai.

Die philippinische Tourismusministerin Bernadette Romulo-Puyat setzt mit den neuen Regeln auf einen "nachhaltigen Tourismus". Sie habe weiteren Urlauberzielen, die von Umweltzerstörungen bedroht sind, Warnungen ausgesprochen, sagte Romulo-Puyat philippinischen Medien. Weniger erfreut zeigte sich dagegen das Tourismus-Gewerbe auf Boracay. "Jeder von uns hat während der sechs Monate viele Opfer gebracht", sagte die Leiterin des örtlichen Tourismusverbands, Pia Miraflores.

Boracay war seit April gesperrt. Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hatte zuvor die vorübergehende Sperrung der Insel angekündigt. Der ungezügelte Massentourismus hatte dem Naturparadies schwer geschadet: Duterte warf den rund örtlichen 500 Hotels, Restaurants und anderen Tourismusunternehmen vor, ihre Abwässer ungeklärt ins Meer zu leiten und Boracay in eine "Klärgrube" zu verwandeln. Die Insel war zudem mit Müll übersät, mitten in die Natur hinein waren illegal Häuser gebaut worden.

Philippinen Boracay (picture-alliance/ANN)

Begehrte Strandidylle auf der Insel Boracay

Boracay zog Millionen von Touristen an, die Jahr für Jahr rund eine Milliarde Dollar in die Wirtschaft des Landes pumpten. Laut philippinischem Fremdenverkehrsamt kamen bislang jährlich 1,5 Millionen internationale und nationale Touristen nach Boracay, darunter immer mehr Deutsche.

is/ch (afp, dpa)

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