Perus Militär befreit fast 40 Geiseln | Aktuell Amerika | DW | 28.07.2015
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Aktuell Amerika

Perus Militär befreit fast 40 Geiseln

In einem abgelegenen Urwaldgebiet hatte die linksextremistische Rebellengruppe "Leuchtender Pfad" einige der Geiseln 25 Jahre in ihrer Gewalt. Die Frauen wurden vergewaltigt, um so Nachwuchs für die Rebellen zu zeugen.

Insgesamt 39 Menschen seien vom peruanischen Militär aus der Gewalt der Guerillaorganisation "Leuchtender Pfad" (Sendero Luminoso) befreit worden, teilte der stellvertretende Verteidigungsminister Iván Vega mit. Darunter seien 26 Kinder im Alter von einem bis 14 Jahren. Demnach hielt eine der letzten Einheiten der ehemals mächtigen maoistischen Guerilla die Geiseln in einem schwer zugänglichen Dschungelgebiet zwischen den Regionen Huancayo, Ayacucho, Apurímac und Cusco im Süden Perus fest.

Geisel-Pflicht: Koka-Anbau und Schwangerschaft

Laut Vize-Verteidigungsminister Vega wurden die gefangenen Frauen in dem nun geräumten Camp vergewaltigt, um so Nachwuchs für den Guerillakampf zu zeugen. "Die Frauen werden geschwängert, damit ihre Babys die Reihen des Leuchtenden Pfads füllen", sagte Vega.

Die älteren Erwachsenen wurden demnach zur Arbeit in der Landwirtschaft gezwungen, insbesondere zum Anbau der Koka-Pflanzen, der Basis für die Kokainherstellung. Die Kinder seien von den Rebellen systematisch politisch indoktriniert worden. Die Geretteten wurden den Angaben zufolge zu einem Militärstützpunkt gebracht, die Minderjährigen sollten dem Frauenministerium übergeben werden.

Die peruanische Regierung wirft den verbliebenen Anhängern der Rebellengruppe Leuchtender Pfad vor, sich durch Drogenhandel zu finanzieren. Die maoistische-Guerilla kämpfte insbesondere in den 1980er Jahren gegen die staatlichen Sicherheitskräfte. In den Auseinandersetzungen kamen rund 70.000 Menschen ums Leben. .

Trainingscamp der Guerillagruppe Leuchtender Pfad (Archivbild: AFP/GettyImages)

Kinder-Trainingscamp der Guerillagruppe (Archivbild)

Nach der Festnahme ihres Gründers und Anführers Abimael Guzmán im Jahr 1992 fiel die Organisation schnell auseinander. Nur kleinere Gruppen blieben in abgelegenen Landesteilen aktiv, in enger Verbindung mit dem Drogenhandel. Vor allem als bewaffneter Arm der Drogenmafia treten sie in Erscheinung. In dem jetzt ausgehobenen Dschungelcamp sollen sich neben den Entführten viele Anhänger des "Leuchtenden Pfads" befunden haben.

Der am 3. Dezember 1934 geborene Guzmán verbüßt eine lebenslange Haftstrafe. Er studierte Rechtswissenschaften und Philosophie und hatte eine Professur für Philosophie an der Universität von Ayacucho, bevor er den Sendero Luminoso gründete.

qu/kle (afp, dpa)