Paul-Ehrlich-Institut erwartet bezahlbaren Corona-Impfstoff | Aktuell Deutschland | DW | 26.05.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

IMPFSTOFF-ENTWICKLUNG

Paul-Ehrlich-Institut erwartet bezahlbaren Corona-Impfstoff

Längst ist in der Pharmabranche ein Rennen um einen Corona-Impfstoff entbrannt. Das Paul-Ehrlich-Institut rechnet schon bald mit einem bezahlbaren Präparat. Zwei weitere Projekte treiben die Wirkstoffentwicklung voran.

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek erwartet, dass die Hersteller den Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus "nahe am Selbstkostenpreis" anbieten werden, sagte Cichutek dem Nachrichtensender ntv. "Es ist natürlich eine Prestigefrage, dass sich die Unternehmen gefordert fühlen, der Welt zu helfen und insofern die Welt nicht überfordern können hinsichtlich der Preise." 

Faire Verteilungsmechanismen

Das Paul-Ehrlich-Institut ist für die Zulassung von Impfstoffen in Deutschland zuständig. Cichutek zufolge stehen zwei deutsche Impfstoffforschungsprojekte "nahe an der klinischen Prüfung". Vielversprechend sei ein Präparat der Firma CureVac aus Tübingen und ein Impfstoff des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung. Er rechne damit, dass in wenigen Wochen die nächste klinische Prüfung vom Paul-Ehrlich-Institut genehmigt werden könne. Bislang bekam nur die Firma BioNTech aus Mainz eine Genehmigung für erste klinische Tests an Freiwilligen.

Eine flächendeckende Durchimpfung der Bevölkerung in Deutschland ist Cichutek zufolge "eine Sache von Monaten". Er forderte die Politik auf, über faire Verteilungsmechanismen auf der Welt zu sprechen. "Das muss tatsächlich neu diskutiert werden, wie genau so etwas passieren kann." Diesmal habe es die Welt mit einem Erreger zu tun, von dem man täglich Neues lerne. Daher brauche es ein anderes Reglement.

Infografik Marktanteile Impfstoffproduzenten DE

Die Suche nach einem geeigneten Impfstoff läuft mit Hochdruck. Denn mit Zunahme der Immunität innerhalb der Bevölkerung können auch Corona-Beschränkungen gelockert werden. Weltweit gibt es laut dem Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa) mehr als 120 Impfstoffprojekte, von kleinen Firmen wie Biontech aus Mainz oder Curevac in Tübingen bis Konzernen wie Sanofi und GlaxoSmithKline. Und in den USA berichtete schon das Biotechunternehmen Moderna von Fortschritten bei der Forschung an einem Corona-Impfstoff. Experten erwarten, dass 2021 in globalem Maßstab geimpft wird und viele Anbieter zugleich oder kurz aufeinander Impfstoffe auf den Markt bringen.

cgn/sam (afp, rtr)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema

Anzeige