Parkland-Schüler starten Bustour für strengeres Waffenrecht | Aktuell Amerika | DW | 16.06.2018
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USA

Parkland-Schüler starten Bustour für strengeres Waffenrecht

Sie geben nicht auf: Nach dem "March for Our Lives" organisieren die Schüler, die das Massaker an einer Schule im US-amerikanischen Parkland überlebt haben, die nächste große Protestaktion für mehr Waffenkontrolle.

Die Tour begann in Chicago und soll zu insgesamt 50 Orten in mehr als 20 Bundesstaaten führen. Die Schüler aus Florida wollen dabei für stärkere Einschränkungen im US-Waffenrecht werben und junge Wähler für die US-Kongresswahlen im November registrieren lassen.

Die Schüler, die auch schon die Demonstration "March for Our Lives" in Washington organisierten, wählten Chicago als Start ihrer Bustour aus, weil die Stadt im Mittleren Westen der USA ein massives Problem mit Waffengewalt hat. In diesem Jahr gab es in Chicago bereits 950 Schießereien und mehr als 220 Morde. Die Parkland-Schüler sagten bei ihrer Kundgebung, die Bustour solle nicht nur auf aufsehenerregende Massenerschießungen aufmerksam machen, sondern auch auf die alltägliche Schusswaffengewalt. In den USA gibt es dadurch jedes Jahr rund 30.000 Tote.

Prominente Unterstützung

"Vereint sind unsere Stimmen und eure Stimmen stärker als alles andere", sagte die Parkland-Überlebende Kyrah Simon vor den mehr als tausend Demonstranten. Die Schüler aus Florida ließen bei der Kundgebung auch Jugendliche aus Chicago zu Wort kommen. "Jeden Tag verlieren Menschen in Chicago ihr Leben, und zwar nicht, weil sie irgendetwas falsch machen", sagte Trevon Bosley, dessen Bruder auf dem Parkplatz einer Kirche getötet wurde.

Zahlreiche Prominente unterstützten den Protest. Die Sängerin und Schauspielerin Jennifer Hudson führte zusammen mit dem aus Chicago stammenden Musiker Chance the Rapper den Protestmarsch nach der Kundgebung an.

Der Rapper Will.i.am von der Hip-Hop-Band The Black Eyed Peas war ebenfalls in Chicago und twitterte, dass er stolz sei, mit Emma González zu demonstrieren. Sie überlebte ebenfalls den Angriff in Parkland und forderte anschließend in mehreren emotionalen Reden ein strengeres Waffengesetz. Der Rapper Will.i.am verlangte in Chicago "ordentliche Waffengesetze, damit keine Psychopathen mit Kriegswaffen herumlaufen".

Quer durch die USA

In Chicago gibt es jedes Jahr zum Ende des Schuljahres eine Demonstration gegen Waffengewalt. Der nächste Stopp der Parkland-Schüler ist der konservative Vorort Naperville, wo Proteste für ein strengeres Waffenrecht weniger erwünscht sind. Danach stehen Orte in Kansas, Iowa und Wisconsin auf dem Programm.

Demonstranten protestieren für ein strengeres Waffenrecht (Foto: picture alliance)

Die Tour durch die USA startete in Chicago, wo sich viele Bürger am Protest für strengere Waffengesetze beteiligten.

An der Schule in Parkland hatte am 14. Februar ein ehemaliger Mitschüler mit einem halbautomatischen Gewehr 17 Menschen getötet. Die seither von Schülern angeführte Kampagne "March For Our Lives" (Marsch für unsere Leben) hat allerdings bislang zu wenigen konkreten Ergebnissen geführt. Auf Bundesebene gab es bisher keine Restriktionen im Waffenrecht. Präsident Donald Trump steht an der Seite der mächtigen Waffenlobby NRA.

jmw/mak (afp, ap)

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