Pariser Kathedrale Notre-Dame steht in Flammen | Aktuell Europa | DW | 15.04.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Frankreich

Pariser Kathedrale Notre-Dame steht in Flammen

Nach Angaben der Feuerwehr kann die Kathedrale Notre-Dame vor der vollständigen Zerstörung bewahrt werden. Noch immer läuft ein großer Löscheinsatz. In Frankreich und im Ausland sind Entsetzen und Anteilnahme groß.

Video ansehen 03:47

Notre-Dame in Flammen - Barbara Markert aus Paris

Die weltberühmte Pariser Kathedrale Notre-Dame steht in Flammen. Laut Feuerwehr ist der Brand im Dachboden der frühgotischen Kirche ausgebrochen und gegen 18:50 Uhr entdeckt worden. Das Feuer scheint noch immer nicht unter Kontrolle. Bislang ist der Polizei nichts über mögliche Tote und Verletzte bekannt.

Mittlerweile sind das Dach und der höhere, spitze Turm in der Mitte des Hauptschiffs in sich zusammengefallen. Das Feuer hat auch einen der beiden viereckigen Haupttürme erreicht. Die Einsatzkräfte versuchen, Teile der Kunstwerke in der Kathedrale vor den Flammen zu retten. "Alles brennt", sagte der Sprecher von Notre-Dame, André Finot. "Von dem Dachstuhl, der zu einem Teil aus dem 19. Jahrhundert und zum anderen Teil aus dem 13. Jahrhundert stammt, wird nichts übrig bleiben". Ob die Flammen auch das Gewölbe erreichen werden, das die Kathedrale schützt, sei noch unklar.

"Struktur vor totaler Zerstörung gerettet"

Die Pariser Feuerwehr ist inzwischen jedoch zuversichtlich, dass sie die Kathedrale vor der vollständigen Zerstörung bewahren kann. "Man kann annehmen, dass die Struktur von Notre-Dame gerettet und in ihrer Gesamtheit bewahrt ist", sagte Feuerwehrchef Jean-Claude Gallet am späten Montagabend dem Sender BFMTV und anderen Medien. Er hob insbesondere die beiden Haupttürme hervor, die gerettet worden seien.

Ein Vertreter des Innenministeriums erklärte, man sei jetzt zuversichtlicher als noch vor ein paar Stunden, dass "wir Notre-Dame retten können". Es werde aber noch drei bis vier Stunden dauern, bis der Brand eingedämmt sei. Das Gebiet rund um das Wahrzeichen ist weiträumig abgesperrt.

Auch Präsident Emmanuel Macron zeigte sich vorsichtig optimistisch: "Das Schlimmste konnte verhindert werden", sagte der Staatschef bei einem Besuch der teilweise zerstörten Kirche. Die Fassade der gotischen Kathedrale und die beiden Glockentürme seien dank des beherzten Einsatzes der Feuerwehr nicht eingestürzt. "Der Kampf ist aber noch nicht vollständig gewonnen", sagte der sichtlich bewegte Staatschef weiter. Die kommenden Stunden würden noch schwierig. "Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen", versprach er.

Frankreich, Paris: Brand in der Kathedrale Notre Dame (Reuters/P. Wojazer)

Gespenstische Szenerie - die lichterloh brennende Kathedrale vor dem Pariser Nachthimmel

An der Kathedrale liefen derzeit aufwändige Renovierungsarbeiten im Umfang von sechs Millionen Euro. Die Arbeiten sollten bis 2027 abgeschlossen sein. Der Sender France 2 berichtete, die Polizei gehe von einem Unfall aus. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo sprach von einem "furchtbaren Feuer".

Bestürzung weltweit

Frankreich, Paris: Brand in der Kathedrale Notre Dame (Getty Images/AFP/G. van der Hasselt)

Einer der Spitztürme bricht in sich zusammen

Der Sprecher der deutschen Bundesregierung, Steffen Seibert, schrieb: "Es tut weh, diese schrecklichen Bilder der brennenden Notre-Dame zu sehen." Die Kathedrale sei "ein Symbol Frankreichs und unserer europäischen Kultur". US-Präsident Donald Trump schlug per Twitter vor, den Brand mit Löschflugzeugen zu bekämpfen. EU-Ratspräsident Donald Tusk schrieb: "Notre-Dame von Paris ist Notre-Dame von ganz Europa."

Die Kathedrale zählt zu den zentralen Touristenattraktion in Paris mit Millionen von Besuchern jährlich. Ihre Geschichte reicht bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Der Bau dauerte mehr als 200 Jahre. Sie inspirierte den französischen Schriftsteller Victor Hugo zu seinem weltberühmten Roman "Der Glöckner von Notre-Dame". Große Teile der Handlung um Quasimodo, Esmeralda und Frollo spielen in der Kathedrale. Für die Franzosen ist die Kathedrale das Herz von Paris und neben dem Eiffelturm das Wahrzeichen der Stadt.

ehl/qu (dpa, afp, rtr)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema