Paris wappnet sich für weitere Gelbwesten-Proteste | Aktuell Europa | DW | 14.12.2018
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Neuauflage erwartet

Paris wappnet sich für weitere Gelbwesten-Proteste

Frankreich bereitet sich mit einem massiven Aufgebot von Sicherheitskräften auf ein neues Demonstrations-Wochenende der "Gelbwesten" vor. Appelle der Regierung zum Protestverzicht fruchten nur teilweise.

Frankreich Paris Gelbwesten Proteste (picture-alliance/abaca/R. Yaghobzadeh)

Nicht alle Demonstranten sind auf Krawall aus

In Paris sollten am Samstag zusammen rund 8000 Polizisten und andere Ordnungshüter eingesetzt werden, sagte der Polizeipräfekt der Hauptstadt, Michel Delpuech, im Sender RTL. Das entspreche dem Aufgebot der Vorwoche. Es sollen auch 14 gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt werden. Die Polizei bereite sich laut Delpuech auf die "schlimmstmögliche Situation" vor.

Anders als vor einer Woche sollen nach Angaben des Polizeipräfekten zahlreiche Museen in der Hauptstadt geöffnet bleiben. Paris solle nicht zu einer "toten Stadt" werden, sagte Delpuech. So werde etwa der Louvre am Samstag Besucher empfangen.

Frankreich Paris Gelbwesten Proteste (Imago/ZUMA Press/M. Candelori)

Woche für Woche im Einsatz: französische Sicherheitskräfte

Nach dem Terroranschlag von Straßburg am Dienstag hatte die Regierung an die "Gelbwesten" appelliert, an diesem Wochenende auf Demonstrationen zu verzichten. Sie begründete dies mit der extremen Belastung der Sicherheitskräfte durch das Attentat.

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Frankreich: Aufruhr gegen Macron

Die Protestbewegung ist jedoch uneins, ob sie dem Appell Folge leisten sollte. Viele Gelbwesten wollen trotzdem demonstrieren, da ihnen die Zugeständnisse der Regierung nicht ausreichen. Moderate Vertreter rufen dagegen zu einem vorläufigen Proteststopp und zum Dialog auf.

Staatschef Emmanuel Macron rief zu "Ruhe" und "Ordnung" auf. Nach einem EU-Gipfel in Brüssel sagte er, er glaube nicht, dass die französische Demokratie die Gewalt akzeptiere, die die Proteste bisher kennzeichnete.

Frankreich Proteste (picture-alliance/AP Photo/M. Euler)

Tränengas-Rauchschwaden zogen vergangenen Samstag durch die Prachtstraße Champs-Elysees

In den zurückliegenden Wochen waren Hunderttausende gegen Reformen der französischen Regierung auf die Straße gegangen. Dabei kam es immer wieder zu gewalttätigen Krawallen. Am vergangenen Samstag waren im ganzen Land etwa 2000 Menschen festgenommen worden, davon gut die Hälfte in Paris.

Macron hatte zu Wochenbeginn Sofortmaßnahmen im Sozialbereich versprochen, um den Konflikt mit den Gelbwesten zu entschärfen. Sie demonstrieren seit Mitte vergangenen Monats gegen Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel. Mittlerweile ist der Protest aber viel allgemeinerer Natur und richtet sich gegen die Regierung und Macron.

ust/hf (dpa, afp, ap)

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