Paris und Berlin feiern Fête de la Musique | Musik | DW | 21.06.2018
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Gratis-Festival

Paris und Berlin feiern Fête de la Musique

Zur Sommersonnenwende am 21. Juni werden die Kulturmetropolen Paris und Berlin wieder zur großen Musikbühne. Während der Elysée-Palast den French House der 90er würdigt, ruft Berlin zum Flashmob mit Oasis und Co. auf.

Von Clubs und Bars über Parks und Gärten bis hin zu Kitas und Spätis: Es gibt wohl kaum einen Ort, an dem ein Konzert der "Fête de la Musique", die in Berlin seit über 20 Jahren stattfindet, nicht vorstellbar wäre.

Gleiches gilt für Paris, den Geburtsort des mittlerweile weltweit begangenen Festivals. Eines der Highlights findet in diesem Jahr im berühmten Cour d'honneur, dem Innenhof des Präsidentenpalastes, statt. Mit DJs wie Kavinsky und Busy P., früher Manager der Gruppe Daft Punk, soll der Hof, über den sonst die Staatsoberhäupter dieser Welt schreiten, für 1500 Personen zum Dancefloor werden. Auch das - ganz im Esprit des Festivals - gratis.

Kavinsky ist gewiss der bekannteste unter den angekündigten DJs, mit deren Auftritt dem "French touch", bzw. "French House", Tribut gezollt werden soll. Denn der kraftvolle Sound mit seinen speziellen Effekten und Filtern, den unter anderem Musiker wie Air, David Guetta oder Laurent Garnier in den 1990ern prägten, ist längst ein weltweiter Exportschlager. "Heute werden wir für all die Jahre, die wir für die volle Anerkennung der elektronischen Musik aus Frankreich gekämpft haben, vom Präsidenten entschädigt", freut sich Jack Lang, der die "Fête de la Musique" 1982 als französischer Kulturminister ins Leben rief.

Von den Star-DJs abgesehen erwartet die Besucher in der französischen Hauptstadt aber auch wieder Jazz, HipHop, Soul, Funk, Reggae und klassische Musik von weniger bekannten Musikern und Gruppen. Neben kleineren Bars oder Clubs, idyllischen Straßen und Parks verwandeln sich mit ihren Auftritten Pariser Wahrzeichen wie der Louvre oder der Jardin du Luxembourg in Bühnen.

"Kulturelle Vielfalt feiern"

Zeitgleich wird auch in Berlin sowie in rund 50 weiteren deutschen Städten und Gemeinden die "Fête de la Musique" begangen. Mit 100 Bühnen in sämtlichen Bezirken werde "die kulturelle Vielfalt Berlins und Europas" gefeiert, so der Berliner Kultursenator Klaus Lederer.

Das Jazz-Funk Duo Palme/Wagner spielt am 21.06.2017 im Rahmen der Fete de la Musique in Berlin neben einer Bushaltestelle auf der Straße. (picture-alliance/dpa/G. Fischer)

Der Ort ist nebensächlich: 2017 spielte das Jazz-Funk Duo "Palme/Wagner" an einer Bushaltestelle

Eine Besonderheit der Berliner Ausgabe stellt in diesem Jahr ein Flashmob dar, bei dem jeder - und zwar europaweit - dazu eingeladen ist, am 21. Juni um 19 Uhr die folgenden drei Lieder zu singen: Beethovens "Ode an die Freude", John Lennons "Imagine" sowie "Don’t Look Back in Anger" von Oasis. Dabei ist ganz unerheblich, ob man sich gerade am U-Bahnhof, im Café oder am Brandenburger Tor aufhält; den Veranstaltern geht es darum, ein Zeichen für den Zusammenhalt zu setzen.

Zentral werden die Lieder im Lustgarten auf den Stufen des Alten Museums und vor dem Berliner Dom gesungen, mit Unterstützung von Chören und Posaunen-Ensembles. Zahlreiche Städte, unter anderem in Italien, Griechenland, Frankreich und Slowenien, werden sich ebenfalls an der Aktion beteiligen. 

Ex-Kulturminister Jack Lang las während seiner Amtszeit eine Studie, die eine große Anzahl Franzosen als Amateur- oder Profimusiker auswies. Davon war er so beeindruckt, dass er am 21. Juni 1982 alle Musiker in Paris dazu aufrief, für dreißig Minuten aus ihren Häusern zu kommen und auf der Straße Musik zu spielen. Dies war der Beginn des Festivals, das inzwischen weltweit gefeiert wird; in Berlin gibt es die "Fête de la Musique" seit 1995.

bb/pj (www.fetedelamusique.de)

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