Paraguay setzt auf Kontinuität | Aktuell Amerika | DW | 23.04.2018
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Südamerika

Paraguay setzt auf Kontinuität

Die konservative Colorado-Partei ist in Paraguay schon seit Jahrzehnten fast ununterbrochen an der Macht - und sie bleibt es auch: Regierungskandidat Mario Abdo Benítez gewinnt die Präsidentenwahl, wenn auch knapp.

Mario Abdo Benitez (picture alliance/AP/J. Saenz)

Wahlsieger: Mario Abdo Benítez

"Der Präsident der Republik ist Mario Abdo Benítez", erklärte der Chef der Wahlkommission nach der Abstimmung vom Sonntag. Abdo Benítez kam demnach auf 46,5 Prozent der Stimmen. Sein stärkster Rivale Efraín Alegre von der Mitte-Links-Koalition Ganar erhielt 42,7 Prozent.

Der Ausgang der Präsidentenwahl war damit deutlich knapper als lange Zeit erwartet. In Umfragen hatte Abdo Benítez von der Regierungspartei Colorado zwischenzeitlich bis zu 20 Prozentpunkte vor Alegre gelegen. Vorteil für den konservativen Bewerber, dessen fünfjährige Amtszeit Mitte August beginnen wird: Paraguays Wahlrecht sieht keine Stichwahlen vor. Der scheidende Präsident Horacio Cartes durfte gemäß Verfassung nicht mehr antreten.

Ein armes Land

Mario Abdo Benítez ist der Sohn des ehemaligen Privatsekretärs von Diktator Alfredo Stroessner (1912-2006), was ihm viel Kritik einbrachte.

Alfredo Stroessner (ANTONIO SCORZA/AFP/Getty Images)

Regierte Paraguay von 1954-1989: Alfredo Stroessner

Mehrmals nahm er den deutschstämmigen Gewaltherrscher in Schutz, distanzierte sich aber von dessen Menschenrechtsverletzungen. Zuletzt betonte der 46-Jährige: "Niemand kann mein Engagement für die Demokratie in Zweifel ziehen."

"Marito", wie er sich in Abgrenzung zu seinem gleichnamigen Vater nennt, dürfte die liberale Wirtschaftspolitik seines Vorgängers weiterführen. Paraguays Wirtschaftswachstum lag zuletzt stabil bei vier bis fünf Prozent, doch gut 26 Prozent der sieben Millionen Einwohner gelten als arm. Zwei Prozent der Bevölkerung besitzen mehr als 80 Prozent des fruchtbaren Bodens. Korruption und Vetternwirtschaft bestimmen in dem südamerikanischen große Teile der öffentlichen Verwaltung.

wa/jv (dpa, afp)

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