″Panama Papers″: Zwei Deutsche im Visier der US-Justiz | Aktuell Welt | DW | 05.12.2018
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Steuerhinterziehung

"Panama Papers": Zwei Deutsche im Visier der US-Justiz

Die US-Steuerbehörden haben im Zusammenhang mit den "Panama Papers" Anklage gegen vier Personen, darunter zwei Deutsche, erhoben. Ihnen wird Beteiligung an weltweit verzweigter Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Bei den Verdächtigen handle es sich laut Anklage um Angestellte und Kunden der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca, die im Mittelpunkt des Skandals steht und in diesem Jahr geschlossen wurde. Den Beschuldigten drohen bis zu 20 Jahren Haft. Es ist das erste Mal, dass ein Fall in Zusammenhang mit den "Panama Papers" in den USA vor Gericht kommt.

In der Anklageschrift heißt es, zwei der Verdächtigen - ein 50-jähriger Mann aus Panama und ein 54-jähriger Deutscher - hätten Klienten der Kanzlei mit Briefkastenfirmen und Stiftungen dazu verholfen, ihr Vermögen und Einkommen vor den US-Behörden zu verstecken. Bei einem ihrer Kunden handle es sich um einen 81-jährigen Deutschen, der ebenfalls angeklagt wurde. Der vierte Verdächtige ist ein 74-jähriger US-Bürger. Der Staatsanwaltschaft zufolge wurde die beiden Deutschen in Paris und London festgenommen. Der US-Buchhalter wurde in Boston verhaftet. Der Anwalt aus Panama ist auf der Flucht.

Frankfurt Razzia bei Zentrale Deutsche Bank (REUTERS)

Razzia in Frankfurt: Beamte durchsuchen die Büros der Deutschen Bank

Razzia bei der Deutschen Bank

Erst vergangene Woche sind Büros der Deutschen Bank durchsucht worden. Deutschlands größtes Geldhaus ist wegen des Verdachts der Geldwäsche im Zusammenhang mit den sogenannten Panama Papers ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass Mitarbeiter der Deutschen Bank Kunden geholfen haben, Offshore-Gesellschaften in Steuerparadiesen zu gründen. Dabei soll Geld aus Straftaten auf Konten der Deutschen Bank transferiert worden sein, ohne dass das Institut Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattet hat.

Ein internationales Rechercheteam rund um die "Süddeutsche Zeitung" hatte unter dem Titel "Panama Papers" im April 2016 seine Erkenntnisse zur Steuervermeidung und Geldwäsche mittels Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen veröffentlicht. Die Kanzlei Mossack Fonseca stand im Mittelpunkt der Affäre.

cgn/sti (afp, rtr)

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