Opec einigt sich auf Förderkürzung | Wirtschaft | DW | 07.12.2018
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Erdöl

Opec einigt sich auf Förderkürzung

Die Organisation Erdöl exportierender Länder hat sich bei ihrem Treffen in Wien darauf geeinigt, weniger Öl zu fördern, um so den Preis für den Rohstoff zu stabilisieren.

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OPEC verringert Ölproduktion

Das Ölkartell habe sich auf eine Kürzung um rund 800.000 Barrel pro Tag verständigt, sagte Iraks Ölminister am Freitag bei dem Treffen in Wien. Die Vereinbarung gelte für sechs Monate und solle im April überprüft werden. Zuvor hatte der Iran einem Opec-Insider zufolge grünes Licht dafür gegeben.

Es sei ein Kompromiss mit Irans Rivalen und Opec-Schwergewicht Saudi-Arabien über eine Ausnahme des Landes von der Reduzierung erzielt worden. Um die Vereinbarung in trockene Tücher bringen zu können, schlossen sich umgehend Beratungen mit einer Gruppe anderer führender Ölstaaten außerhalb der Opec an - allen voran Russland. Sie sollten gebeten werden, zusätzliche Drosselungen im Volumen von 400.000 Barrel täglich beizutragen.

Bei diesen Beratungen ist einem Insider zufolge dann auch eine Einigung erzielt worden. Diese Gruppe an Ländern, unter ihnen auch Russland, werde ab Januar für zunächst sechs Monate ihre Ölproduktion drosseln, sagte die mit der Situation vertraute Person am Freitag.

Die Hürde Teheran

Der Iran galt zuletzt als größtes Hindernis für eine Vereinbarung. Die Islamische Republik verlangt nach früheren Informationen aus Opec-Kreisen eine Ausnahmeregelung wegen der US-Sanktionen im Atomkonflikt. Einzelheiten über den iranischen Kompromiss mit Saudi-Arabien sind nicht bekannt.

Das Ölkartell hat seit Donnerstag auf seinem zweitätigen Treffen in Wien um eine Produktionskürzung gerungen, um den Ölpreis nach dem jüngsten Einbruch wieder zu stabilisieren. Seit Oktober ist der Ölpreis um fast ein Drittel eingebrochen, was vor allem an einem Überangebot liegt.

Donald Trump (picture-alliance/dpa/AP Photo/E. Vucci)

US-Präsident Donald Trump hatte gehofft, die Opec würde die Ölförderung nicht kürzen

Das könnte jetzt teuer werden

US-Präsident Trump hatte schon vor dem Treffen Druck aufzubauen versucht, die Fördermengen zu erhöhen, weil er höhere Benzinpreise befürchtet. Für Autofahrer weltweit könnte es an der Tankstelle künftig tatsächlich teurer werden.

Schon kurz vor der Opec-Entscheidung ist der Ölpreis gestiegen: Als sich abzeichnete, in welche Richtung die Diskussion laufen würde, schoss der Preis für das Nordseeöl Brent um fünf Prozent in die Höhe. Das Barrel Brent kostete zwischendurch 63,07 US-Dollar.

dk/bea (afpe, dpa, rtr)

 

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