Omikron-Variante dominiert nun in Deutschland | Aktuell Deutschland | DW | 14.01.2022
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Coronavirus

Omikron-Variante dominiert nun in Deutschland

Die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus macht sich in Deutschland breit. Der Inzidenzwert erreicht Rekordniveau. Bundesweit gibt es jedoch große Unterschiede.

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Die deutsche Hauptstadt ist ein Covid-Hotspot

Auch in Deutschland ist Omikron mittlerweile die dominante Variante des Coronavirus. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht festhält, betrug der Anteil an allen übermittelten Fällen in der ersten Kalenderwoche dieses Jahres 73 Prozent. Bundesweit gibt es hier jedoch noch große Unterschiede. So lag der Omikron-Anteil laut RKI beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern nur bei elf Prozent und in Bremen bei 96 Prozent.

Wieler: Omikron wird Delta komplett verdrängen

Bei den Corona-Infektionsfällen wird Omikron die Delta-Variante nach Worten des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, in wenigen Tagen vollständig verdrängt haben. Durch die Masse an Infektionen müsse man sich darauf einstellen, dass die Zahlen der Krankenhauseinweisungen und der Todesfälle wieder steigen würden, sagte Wieler. Bisher hätten die Todesfälle noch nicht wieder zugenommen. "Das wird sich aber ändern."

Das Berliner Institut rechnet zudem in den nächsten Wochen mit einer starken Zunahme von Infektionen auch bei Geimpften und Genesenen in Deutschland. Gleichzeitig deuten erste Studien laut RKI auf einen geringeren Anteil an Krankenhauseinweisungen im Vergleich zu Infektionen mit der Delta-Variante hin, wenn man die Infektionen mit vollständiger Impfung (Booster-Impfung) betrachtet. Für eine abschließende Bewertung der Schwere der Erkrankungen durch die Omikron-Variante sei die Datenlage aber noch nicht ausreichend.

Amtsärzte warnen vor Schnelltests als Mittel zum Freitesten 

Angesichts der Dominanz der neuen Variante findet die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD, Ute Teichert, Antigen-Schnelltests als Mittel zum Freitesten für Infizierte in Isolation ungeeignet. "Solange offen ist, welche Schnelltests zuverlässig die Omikron-Variante erkennen, ist es problematisch, beim Freitesten von Infizierten auf Schnelltests als Alternative zu PCR-Tests zu setzen", sagte Teichert den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Sollten die PCR-Tests wie erwartet knapp werden, steuern wir auf eine schwierige Lage zu."

Nach den neuen Quarantäneregeln, denen Bundestag und Bundesrat zugestimmt haben, können sich Infizierte und Kontaktpersonen in der Regel nach sieben Tagen mittels PCR-Test oder zertifiziertem Schnelltest freitesten und die Frist damit um drei Tage verkürzen.

Antigen-Schnelltest

Ein negativer Antigen-Schnelltest

Teichert warnt mit Blick auf die stark steigenden Infektionszahlen zudem vor einem Kontrollverlust der Gesundheitsämter bei den Infektionsdaten. Wenn das Personal nicht kurzfristig deutlich aufgestockt werde, "haben wir in den nächsten Wochen keinen klaren Überblick", sagte sie. Viele Ämter hätten die Kontaktverfolgung bereits einschränken müssen.

Künftig Priorisierung bei PCR-Tests

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht in der Corona-Krise vorerst keinen Anlass für zusätzliche Verschärfungen von Alltagsbeschränkungen. Aus seiner Sicht sei zur jetzigen Zeit "das richtige Maßnahmenpaket am Platz", sagte der SPD-Politiker in Berlin. Allerdings betonte er auch: "Lockerungen kann man zum derzeitigen Zeitpunkt ausschließen." Ziel sei es, aus der sonst zu erwartenden steilen Wand der Infektionszahlen möglichst einen Hügel zu machen - die Omikron-Welle also zu verlangsamen und zu strecken.

Video ansehen 00:27

Karl Lauterbach zur Infektionslage

Bei den PCR-Tests ordnete der Minister eine Priorisierung an. Vorrang soll das Personal in medizinischen Einrichtungen haben. Er begründete das damit, dass die Kapazitäten für PCR-Labortests sich der "Volllast" näherten. 

Inzidenz bei 470,06

Der Inzidenzwert bei den Corona-Neuinfektionen erreichte einen neuen Höchstwert. Das RKI gibt die Sieben-Tage-Inzidenz an diesem Freitag mit 470,6 an. Am Donnerstag lag der Wert, der die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner beziffert, noch bei 427,7. Insgesamt meldeten die Behörden 92.223 neue Corona-Fälle, ebenfalls ein Rekord. Am Freitag vor einer Woche wurden in Deutschland noch 56.335 Neuinfektionen registriert.

se/qu/sti (dpa, afp, rtr, rki, Phoenix)

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