Omikron bremst Afrika-Reisen aus | Aktuell Welt | DW | 26.11.2021
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Coronavirus

Omikron bremst Afrika-Reisen aus

Mit strikten Reisebeschränkungen wollen Deutschland und viele andere Staaten die Ausbreitung der Coronavirus-Variante Omikron eindämmen. Nun gibt es hierzulande den ersten Omikron-Verdachtsfall.

Mit Blick auf die zuerst im südlichen Afrika entdeckte neue Variante des Coronavirus haben zahlreiche Staaten beschlossen, ihren Reiseverkehr mit den Ländern der Region vorübergehend einzustellen oder zumindest strikten Beschränkungen zu unterwerfen.

Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botswana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho würden von Deutschland ab Sonntag um 00.00 Uhr (MEZ) als Virusvariantengebiete eingestuft, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Fluggesellschaften dürfen dann von dort nur noch deutsche Staatsbürger zurück in die Bundesrepublik befördern. Zudem müssen alle Eingereisten für 14 Tage in Quarantäne - auch wenn sie vollständig geimpft sind.

"Wir waren, sind und bleiben bei der Einreise vorsichtig. Diese neu entdeckte Variante besorgt uns, daher handeln wir hier pro-aktiv und frühzeitig", erklärte der geschäftsführende deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn. "Das Letzte, was uns jetzt noch fehlt, ist eine eingeschleppte neue Variante, die noch mehr Probleme macht."

Erster Verdachtsfall in Bundesrepublik

Am Samstag teilte die hessische Landesregierung mit, die jüngste Variante des Coronavirus habe "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" auch Deutschland erreicht. Wie Landessozialminister Kai Klose erklärte, wurden bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika in der Nacht zuvor mehrere für die Omikron-Variante typische Mutationen gefunden. "Es besteht also ein hochgradiger Verdacht", schrieb der Grünen-Politiker auf Twitter. Der Betroffene sei häuslich isoliert worden. "Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus", fügte der Minister hinzu.

Der südafrikanische Gesundheitsminister Joe Phaahla kritisierte die Einreiseverbote und Beschränkungen, die unter anderen auch die USA, Kanada, Brasilien, Israel, Australien, Thailand, Taiwan und etliche arabische Staaten verhängten, als "ungerechtfertigt". Eine solche Reaktion laufe den Normen und Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vollkommen zuwider, betonte Phaahla. Außenministerin Naledi Pandor nannte die Maßnahmen "voreilig" und verwies auf den Schaden für die Tourismusindustrie und Unternehmen ihres Landes.

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Südafrika fürchtet Omikron-Auswirkungen

Die inzwischen Omikron genannte Virusvariante könnte nach Einschätzung südafrikanischer Wissenschaftler noch ansteckender sein als die derzeit grassierende Delta-Variante. Zudem besteht die Gefahr, dass existierende Corona-Impfstoffe weniger wirksam sind. Die WHO stufte die Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 als "besorgniserregend" ein.

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hält die Omikron-Ausbreitung in der Europäischen Union für wahrscheinlich. Das Risiko einer Verbreitung des neuen Erregers in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum sei "hoch bis sehr hoch", erklärte die Behörde in Stockholm. In Belgien wurde schon eine Omikron-Infektion nachgewiesen - bei einem Reisenden aus Afrika.

wa/no/kle (afp, rtr, dpa)

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