Olympische Winterspiele 2022 in Peking | Sport | DW | 31.07.2015
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Sport

Olympische Winterspiele 2022 in Peking

Das Internationale Olympische Komitee hat entschieden: Die Winterspiele in sieben Jahren finden in Peking statt. Kritik kommt von Seiten der Menschenrechtsorganisationen.

Die Wahl der Winterspiele-Stadt für 2022 des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) begann in Kuala Lumpur mit einer Panne: Erstmals sollten die 85 stimmberechtigten IOC-Mitglieder per Tablet abstimmen, prompt funktionierte das elektronische Abstimmungssystem nicht. Die Wahlberechtigten mussten ihre Stimmen handschriftlich abgeben, das Ergebnis wurde mit einer Stunde Verspätung bekannt gegeben.

Die beiden einzigen Kandidaten waren die chinesische Hauptstadt Peking und Kasachstans größte Stadt Almaty. Alle anderen interessierten potenziellen Kandidaten hatten ihre Kandidatur zurückgezogen.

Kasachstan verliert zum zweiten Mal

Peking war bereits 2008 Gastgeber der Olypmischen Sommerspiele. Beide Länder stehen wegen anhaltender Menschenrechtsverletzungen in der Kritik.

Trotz einer starken Abschlusspräsentation konnte Kasachstans Ministerpräsident Karim Massimow die 85 IOC-Mitglieder nicht überzeugen. Die 1,6 Millionen Einwohner große Stadt scheiterte mit ihrer zweiten Bewerbung nach der ebenfalls vergeblichen Bemühung um die Winterspiele 2014.

Knappe Entscheidung

Die Entscheidung für Peking ist nur mit knapper Mehrheit gefallen. 44 IOC-Mitglieder entschieden sich für die chinesische Hauptstadt, 40 hingegen für den Konkurrenten Almaty. Ein abstimmungsberechtigtes IOC-Mitglied enthielt sich.

Jugend-Winterspiele 2020 in Lausanne

Darüberhinaus entschied der IOC- Kongress, dass Lausanne Gastgeber der 3. Olympischen Jugend-Winterspiele 2020 sein wird. Premiere feierten die Jugend-Winterspiele 2012 in Innsbruck. Im kommenden Jahr ist Lillehammer in Norwegen Austragungsort. 2010 fanden die ersten Jugend-Sommerspiele in Singapur statt.

Sowohl die Winter- wie auch die Sommer-Ausgabe werden alle vier Jahre ausgetragen. Die Jugendversion der Olympischen Spiele hat der damaligeIOC-Präsident Jacques Rogge ins Leben gerufen, um auch heranwachsende Generationen für den olympischen Sport zu begeistern.

Menschenrechtler üben Kritik

Demonstranten zeigen im Juni 2015 in Lausanne in der Schweiz ihre Ablehnung der Olympischen Winterspiele in Peking 2022. Im Lausanne Palace Hotel präsentierte eine Delegation aus Peking dem IOC und der Presse ihre Pläne (Foto: FABRICE COFFRINI/AFP/Getty Images)

Viele Menschen sind gegen die Spiele in Peking 2022

Unterdessen ist die Vergabe der Winterspiele an Peking von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert worden: In ersten Reaktionen wurde vor verschärfter Verfolgung von Bürgerrechtlern und Unterdrückung von Minderheiten gewarnt. "Das Internationale Olympische Komitee erweist der olympischen Idee und den Menschenrechten in China damit einen Bärendienst", fand die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen.

"Hunderte Menschenrechtler in China werden diese Fehlentscheidung mit Haft oder sogar ihrem Leben bezahlen müssen, da die Volksrepublik vor den Spielen erneut ihre Verfolgung von Uiguren, Tibetern, Mongolen und Anhängern der Demokratiebewegung verstärken wird", sagte der GfbV-Experte Ulrich Delius. IOC-Präsident Thomas Bach müsse sich für verfolgte Journalisten, Blogger und Anwälte in China einsetzen und einen Missbrauch der Spiele für Pekings Propaganda verhindern.

"Das IOC hat die falsche Botschaft an die falschen Leute zur falschen Zeit gesendet", kritisierte die Tibet Initiative Deutschland. "Die chinesische Regierung hat es einmal mehr geschafft, dass die Welt ihre verheerenden Menschenrechtsverletzungen einfach so hinnimmt." Die Ehre, Olympische Spiele zum zweiten Mal austragen zu dürfen, sei "ein Propaganda-Geschenk" zu einer Zeit, wo Chinas Regierung eigentlich für ihre Menschenrechtspolitik abgestraft werden müsste.

nem/ck/asz (dpa)