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Offene Moschee-Türen in Deutschland

3. Oktober 2010

Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, findet auch jährlich der "Tag der Offenen Moschee" in Deutschland statt. Das gemeinsame Datum sei kein Zufall, sagen die Veranstalter. Sie zählten zehntausende Besucher.

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Gemeindemitglieder und Gäste in einer muslimischen Gemeinde in Köln am Tag der offenen Moschee (Foto: dpa)
Gemeindemitglieder und Gäste in einer muslimischen Gemeinde in Köln am Tag der offenen MoscheeBild: picture alliance/dpa

Tee und Gebäck, Diskussionen über den Islam und kritische Fragen: Deutschlandweit öffneten am Sonntag (03.10.2010) laut Veranstalter wieder 600 der rund 2500 Moscheen ihre Türen für Besucher. Am Tag der offenen Moschee sollen Interessierte durch Führungen, Diskussionen und Ausstellungen Einblick in den Glauben und in die Kultur der Muslime in Deutschland bekommen. Auch in diesem Jahr machten viele Menschen von dem Angebot Gebrauch: Die Veranstalter sprechen offiziell von rund 100.000 Besuchern.

Muslime als Chance

Junge Menschen in einer Kölner Moschee (Foto: dpa)
Auch viele junge Gemeindemitglieder beteiligten sichBild: picture alliance/dpa

Der Tag stand dieses Mal unter dem Motto: "Der Koran - 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben." Damit solle deutlich werden, dass Muslime auch hier und heute dem Wohle der gesamten Gesellschaft verpflichtet seien, sagte Rafet Öztürk, Dialogbeauftragter der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religionen (DITIB). "Wir Muslime mit unseren Werten sind Teil dieses Landes," betonte Öztürk mit Blick auf den Tag der Deutschen Einheit. Die Muslime sollten nicht als Belastung für Staat und Gesellschaft wahrgenommen werden, sondern als Chance.

Der Tag der offenen Moschee findet jährlich seit 1997 statt. Damals hatte der Zentralrat der Muslime die Idee, jeweils am Tag der Deutschen Einheit zum Besuch einzuladen. Damit sollte die Verbundenheit der Muslime mit Deutschland hervorgehoben werden. 2007 schlossen sich die großen Islamverbände Zentralrat der Muslime, Islamrat, Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) und die DITIB zum Koordinationsrat der Muslime zusammen. Gemeinsam vertreten sie die große Mehrzahl der rund 2500 Moscheen in Deutschland.

In Hinterhöfen versteckte Gebetsräume

Die meisten Gebetsräume der rund vier Millionen Muslime in Deutschland sind immer noch in Hinterhöfen und ungenutzten Lagerräumen untergebracht. Eine wachsende Zahl der Moscheen ist jedoch an ihren Minaretten und Kuppeln zu erkennen. Nach unterschiedlichen Statistiken gibt es in Deutschland bis zu 4,3 Millionen Muslime, sie stellen einen Bevölkerungsanteil von 5,2 Prozent.

Autor: Klaudia Prevezanos (dpa, epd, KNA)
Redaktion: Stephan Stickelmann