″Ocean Viking″ rettet erneut Migranten | Aktuell Europa | DW | 17.09.2019
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Mittelmeer

"Ocean Viking" rettet erneut Migranten

Auf der "Ocean Viking" wird es zusehends enger: Das Rettungsschiff hat bei seinem neuen Einsatz im Mittelmeer 109 Bootsflüchtlinge an Bord genommen. Auch die italienische Küstenwache rettete 90 Bootsflüchtlinge.

Zunächst seien 48 Menschen knapp 100 Kilometer nördlich der libyschen Küste aus einem Holzboot in Seenot gerettet worden, unter ihnen Frauen, sehr junge Kinder und ein Neugeborenes, teilte die Hilfsorganisation SOS Méditerranée mit. Später wurden 61 Menschen aus einem Schlauchboot gerettet, wie Ärzte ohne Grenzen mitteilte. Beide Organisationen betreiben die "Ocean Viking" gemeinsam. 

Welchen Hafen das Schiff nun ansteuern kann, blieb offen. Die "Ocean Viking" hatte am Wochenende in Abstimmung mit der italienischen Regierung 82 im Mittelmeer gerettete Migranten nach Lampedusa bringen dürfen. Dies galt als Zeichen einer Änderung der italienischen Flüchtlingspolitik nach dem Antritt der neuen Mitte-Links-Regierung und dem Ausscheiden der rechten Lega. 

Auch die italienische Küstenwache hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum Dienstag 90 Bootsflüchtlinge gerettet. Sie seien in Abstimmung mit Malta im maltesischen Rettungsgebiet an Bord genommen worden, teilte die Küstenwache mit. Jetzt stimmte Malta zu, diese Migranten zu übernehmen.

Italien Politikerin Luciana Lamorgese (Imago Images/Insidefoto/S. Zuchi)

Die parteilose italienische Innenministerin Luciana Lamorgese (Archiv)

Das Thema "Flüchtlinge im Mittelmeer" wird auch auf der Agenda stehen, wenn Italiens neue Innenministerin Luciana Lamorgese am Mittwoch zu einer Begegnung mit ihrem deutschen Amtskollegen Horst Seehofer nach Berlin reist. Am Donnerstag trifft Lamorgese sich in Rom laut Angaben ihres Ministeriums mit dem spanischen Innenminister Fernando Grande-Marlaska Gomez. 

Der frühere italienische Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega hatte die Häfen des Landes für private Seenotrettungsschiffe gesperrt. Lamorgese kritisierte in der Vergangenheit als Präfektin in Mailand die Behandlung von Flüchtlingen durch Lokalverwaltungen unter der Leitung der Lega, sie warb stattdessen für Integration und Wertschätzung von Migranten.

nob/jj (kna, dpa, afp, epd)

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