″Ocean Viking″ nimmt weitere Flüchtlinge auf | Aktuell Europa | DW | 10.09.2019
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Seenotrettung

"Ocean Viking" nimmt weitere Flüchtlinge auf

Ein 14 Meter langes Segelschiff hatte die Migranten zuvor aus dem Meer geholt. Als das Wetter schlechter wurde, griff die Besatzung der "Ocean Viking" ein. Für die Geretteten der "Alan Kurdi" gibt es derweil eine Lösung.

«Ocean Viking» nach Marseille zurückgekehrt (picture-alliance/dpa)

Die "Ocean Viking" auf See (Archivbild der Organisation SOS Méditerranée)

Das Rettungsschiff "Ocean Viking" hat weitere Migranten auf dem Mittelmeer aufgenommen. Unter ihnen seien eine Schwangere und ein einjähriges Kind, teilten die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée mit, die das Schiff gemeinsam betreiben.

Rettungsschiff «Ocean Viking» nimmt weitere Migranten auf (picture-alliance/dpa/R. Brito)

Retter der "Ocean Viking" übernehmen die Flüchtlinge von der "Josefa"

In der Nacht seien bei schlechtem Wetter 34 Menschen von dem Segelboot "Josefa" gerettet worden. Die Situation auf dem Boot sei ein Notfall gewesen. Damit sind nun mehr als 80 Migranten auf der "Ocean Viking". Am Sonntag hatte das Schiff 50 Menschen aufgenommen. Bisher gibt es keine Erlaubnis für eine Hafeneinfahrt in Italien oder Malta.

Für die Migranten auf der "Alan Kurdi", einem Schiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye, gibt es nach tagelanger Blockade nun eine Lösung. Die verbliebenen fünf Migranten könnten in Malta von Bord gehen, teilte die Regierung des Inselstaates mit. Dann würden sie in zwei andere EU-Länder gebracht, die sich hierzu bereit erklärt hätten. Welche dies sind, blieb offen.

Das Schiff der Regensburger Organisation hatte vor knapp zwei Wochen 13 Migranten aus dem Mittelmeer aufgenommen. Die meisten wurden seither als Notfälle an Land gebracht. Mit noch fünf Migranten an Bord hatte die "Alan Kurdi" tagelang vor Malta ausgeharrt und zuletzt andere Länder um Hilfe gebeten. Italien habe das Schiff auch unter der neuen Regierung abgewiesen, erklärte Sea-Eye.

Häfen bleiben gesperrt

Der vormalige Innenminister in Rom, Matteo Salvini von der rechten Lega, hatte sich durch eine demonstrativ harte Flüchtlingspolitik profiliert. In der vergangenen Woche hatte eine neue Koalitionsregierung aus der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und den Sozialdemokraten die Arbeit aufgenommen. Sie kündigte einen veränderten Kurs in der Flüchtlingspolitik an, hält aber an der Schließung der Häfen für Flüchtlingsretter vorerst fest.

Seenotrettung im Mittelmeer - «Alan Kurdi» vor Libyen (picture-alliance/dpa)

Seenotretter in einem Schlauchboot vor der "Alan Kurdi" (Archivbild der Organisation Sea-Eye)

Ministerpräsident Giuseppe Conte strebt einen automatischen Verteilmodus für Migranten an, die italienische Häfen erreichen. Mehrere EU-Staaten leisten hiergegen jedoch heftigen Widerstand.

Sondertreffen zur Seenotrettung

Malta hat für den 23. September Vertreter aus Deutschland, Frankreich, Italien, Finnland - das derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat - und der EU-Kommission zu einem Treffen eingeladen. In der Stadt Vittoriosa wolle man gemeinsam nach einer Übergangslösung für blockierte Rettungsschiffe auf dem Mittelmeer suchen, teilte das maltesische Innenministerium mit.

jj/uh (dpa, epd)

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