″Ocean Viking″ mit 162 Geretteten auf dem Mittelmeer | Aktuell Europa | DW | 21.12.2019
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Migration

"Ocean Viking" mit 162 Geretteten auf dem Mittelmeer

Das Rettungsschiff "Ocean Viking" hat im Mittelmeer 50 weitere Migranten aufgenommen. Damit befinden sich jetzt 162 gerettete Menschen auf dem Schiff. Die Migranten wollten von Libyen über das Mittelmeer nach Europa.

Das Rettungsschiff "Ocean Viking" hat in einer zweiten Bergungsaktion binnen 24 Stunden weitere 50 Menschen an Bord genommen. Die Migranten, darunter zehn Kinder und ein Baby, waren unter katastrophalen Wetterbedingungen in einem überfüllten Holzboot in der maltesischen Such- und Rettungszone unterwegs, wie SOS Mediterranee auf Twitter mitteilte. Die Organisation betreibt das Schiff gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen.

Bereits am Freitagmorgen hatte das unter norwegischer Flagge fahrende Schiff 112 Migranten gerettet. Ihr Schlauchboot befand sich Angaben der beiden Organisationen zufolge 34 Seemeilen vor der libyschen Küste und verlor Luft. Zu den Passagieren zählten 38 Minderjährige, darunter ein drei Monate altes Baby, sowie 24 Frauen, unter ihnen drei Schwangere.

Transitland Libyen

Libyen ist Transitland für Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern, die über das Mittelmeer in die EU gelangen wollen. Immer wieder ertrinken Menschen bei der gefährlichen Überfahrt. Aus Libyen selbst gibt es schockierende Berichte über Internierungslager, in denen Flüchtlinge unter katastrophalen Bedingungen festgehalten werden.

Die "Ocean Viking" war am 14. Dezember vom französischen Marseille aus zu einer Rettungsmission vor Libyen aufgebrochen. Derzeit bereitet sich die "Alan Kurdi" der deutschen Organisationen Sea-Eye auf einen neuen Einsatz vor. Auch die "Sea-Watch 3" sollte bald wieder auf Mission gehen, nachdem die Beschlagnahmung diese Woche aufgehoben wurde. Die deutsche Kapitänin Carola Rackete war im Sommer unerlaubt mit dem Schiff in einen italienischen Hafen gefahren.

132 Bootsflüchtlinge von Italien nach Berlin ausgeflogen

Aus Italien sind am Freitag 132 Asylsuchende nach Berlin geflogen worden. Der Transfer erfolgte auf Antrag Italiens bei der EU-Kommission nach dem Malta-Modell, wie das Innenministerium in Rom mitteilte. Damit seien inzwischen 392 in Italien gelandete Migranten nach dem neuen Verfahren an andere EU-Staaten abgegeben worden. Am 23. September hatten sich die Innenminister von Deutschland, Frankreich, Italien und Malta bei einem Treffen in Malta auf einen Notfallmechanismus zur Verteilung von Bootsflüchtlingen aus dem Mittelmeer verständigt.

Seit September wurden demnach durchschnittlich 98 Migranten von Italien weitergeleitet. Von Januar bis August 2019 waren es laut dem italienischen Innenministerium im Durchschnitt elf pro Monat. Unter den jetzt Ausgeflogenen waren nach den Angaben unter anderem Gerettete von den Schiffen "Sea-Watch 3", "Open Arms" und "Ocean Viking". Die Menschen saßen teils über sieben Monate in italienischen Sammeleinrichtungen.

In der ersten Januarhälfte sei ein weiterer Flug nach Deutschland mit mehr als 100 Migranten geplant, hieß es. Das Innenministerium in Rom betonte, die Vereinbarung von Malta sehe vor, Asylsuchende binnen vier Wochen nach der Landung in ein aufnahmebereites EU-Land zu bringen.

hf/kle (kna, dpa)

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