″Ocean Viking″ legt im Hafen Augusta an | Aktuell Europa | DW | 09.07.2021
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Seenotrettung

"Ocean Viking" legt im Hafen Augusta an

Erschöpfte Menschen auf engstem Raum, darunter viele Kinder: Die Crew des Rettungsschiffs schildert anschaulich, warum die Zeit zuletzt immer mehr drängte.

Italien Ocean Viking

Die "Ocean Viking" war zuletzt das einzige Rettungsschiff einer privaten Organisation im zentralen Mittelmeer (Archiv)

Das Rettungsschiff "Ocean Viking" mit 572 Menschen an Bord hat den sizilianischen Hafen Augusta erreicht. Das Rettungsschiff habe im Hafen angelegt, teilte die Organisation SOS Méditerranée, die das Schiff betreibt. Bevor die Flüchtlinge und Migranten das Schiff verlassen könnten, würden an Bord Corona-Tests durch die italienischen Gesundheitsbehörden vorgenommen. 

Die "Ocean Viking" hatte die Flüchtlinge und Migranten seit Ende vergangener Woche bei sechs Einsätzen im zentralen Mittelmeer gerettet. Die italienischen Behörden hatten ihr den Hafen Augusta am Donnerstagabend zugewiesen, nachdem in den Tagen zuvor mehrere Anträge abgelehnt worden waren.

"Es ist eine große Erleichterung zu wissen, dass ihre Tortur auf See fast vorbei ist", heißt es in einer Mitteilung der Hilfsorganisation. Die Crew hatte nach eigenen Angaben seit Montag die Behörden in Malta und Italien um Zuweisung eines sicheren Hafens gebeten. Die Menschen seien erschöpft und teilweise dehydriert. An Bord befinden sich auch rund 180 Minderjährige.

Todesfalle Mittelmeer

Anfang Mai hatte die "Ocean Viking" bereits mehr als 230 Flüchtlinge und Migranten nach Sizilien gebracht. Der Offshoreversorger war im zentralen Mittelmeer zuletzt als einziges von privaten Organisationen betriebenes Rettungsschiff im Einsatz. Andere Schiffe werden derzeit von Behörden festgehalten.

Italien Ocean Viking

Bald an Land: An Bord befinden sich auch mehr als 180 Minderjährige

Aus Transitländern wie Libyen oder Tunesien versuchen zahlreiche Menschen in die Europäische Union zu gelangen, oft in überfüllten Booten. Die Fluchtroute über das Mittelmeer ist eine der gefährlichsten weltweit. Der Internationalen Organisation für Migration zufolge kamen auf diesem Weg allein im laufenden Jahr schon etwa 900 Menschen ums Leben. Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

jj/AL (dpa, afp, epd)