Norwegian-Tochterfirmen sind insolvent | Aktuell Europa | DW | 20.04.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Luftverkehr

Norwegian-Tochterfirmen sind insolvent

Die skandinavische Billig-Airline leidet unter der Corona-Pandemie, steckte aber schon vorher in Schwierigkeiten. Jetzt müssen mehrere Tausend Mitarbeiter zittern - aber nicht in Norwegen.

Norwegen Norwegian Air Shuttle | Boeing 737-800 (picture-alliance/dpa/M. Mainka)

Eine Boeing 737-800 der Norwegian auf dem Flughafen Teneriffa Süd in Spanien (Archivbild)

Norwegian Air hat für vier Tochterfirmen in Schweden und Dänemark Insolvenz angemeldet. Die Fluggesellschaft habe keine andere Wahl, weil die beiden Länder keine staatliche Hilfe leisten wollten, erklärte Norwegian-Chef Jacob Schram.

Zugleich kündigte die Airline Verträge zum Einsatz betriebsfremder Crews in Spanien, Großbritannien, Finnland, Schweden und den Vereinigten Staaten. Insgesamt sind damit die Jobs von rund 4700 Piloten und Flugbegleitern bedroht.

"Konsequenzen tun mir leid"

Es sei "herzzerreißend", sagte Schram. "Es tut mir wirklich leid, welche Konsequenzen dies für unsere Kollegen haben wird." Das in Norwegen beschäftigte Personal dagegen sei nicht betroffen. Dort komme der Staat vor dem Hintergrund des Corona-Ausbruchs für die Gehälter auf. "Leider gibt es in Schweden oder Dänemark keine gleichwertige Deckung", so das Unternehmen.

Norwegen Norwegian Air Shuttle | CEO Jacob Schram (Getty Images/AFP/NTB Scanpix/Ruud)

"Herzzerreißend": Norwegian-Chef Jacob Schram, hier bei einem Auftritt im November in Oslo

Norwegian hatte allerdings schon vor Ausbruch der Pandemie finanzielle Schwierigkeiten. Die Fluggesellschaft hatte bei rapidem Wachstum einen hohen Schuldenberg angehäuft. Wegen der Corona-Krise ist ihr Flugverkehr weitgehend eingestellt.

Nach einem Rettungsplan von Anfang April sollen Schulden in Milliardenhöhe in Eigenkapital umgewandelt werden, eine Kapitalerhöhung ist geplant. Der norwegische Staat soll mit Garantien beistehen. "Wir arbeiten rund um die Uhr, um durch diese Krise zu kommen", ergänzte Vorstandschef Schram. Norwegian habe das Ziel, so viele Kollegen wie möglich zurück an Bord zu bringen.

jj/kle (dpa, afp, rtr)

Die Redaktion empfiehlt