Nordkoreas Machthaber und Chinas Präsident in demonstrativer Geschlossenheit | Aktuell Asien | DW | 19.06.2018
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China und Nordkorea

Nordkoreas Machthaber und Chinas Präsident in demonstrativer Geschlossenheit

Es ist schon das dritte Treffen von Kim Jong Un und Xi Jinping in Peking. Angesichts der Entspannungspolitik mit den USA braucht Nordkoreas starker Mann China mehr denn je - um für sich das Beste herausholen zu können.

Gruppenbild mit Damen: Nordkoreas Machthaber Kim und seine Frau Ri Sol Ju (l.) mit dem chinesischen Präsidenten Xi und dessen Gattin Peng Liyuan (Foto: picture-alliance/AP Photo/CCTV

Nordkoreas Machthaber Kim und seine Frau Ri Sol Ju (l.) mit Chinas Präsident Xi und dessen Gattin Peng Liyuan (Screenshot aus einem Bericht des chinesischen Senders CCTV)

Eine Woche nach seinem historischen Treffen mit US-Präsident Donald Trump sucht Kim Jong Un die Nähe zu China. Bereits zum dritten Mal seit März reiste Nordkoreas Machthaber ins Nachbarland und demonstrierte so Geschlossenheit mit Präsident Xi Jinping. Chinas Staatsfernsehen zeigte Bilder der beiden Staatsführer zum Auftakt des zweitägigen Besuches bei einer offiziellen Begrüßungszeremonie in Pekings Großer Halle des Volkes. Kim Jong Un wurde dabei von seiner Frau Ri Sol Ju begleitet.

China will Sanktionen rascher lockern als die USA

Beobachter gingen davon aus, dass der Nordkoreaner die chinesische Führung über die Ergebnisse des Singapur-Gipfels unterrichtete und das weitere Vorgehen besprach. Kim weiß, dass er mit der Unterstützung der Chinesen im Rücken entschiedener gegenüber Washington auftreten kann. Nordkorea hofft darauf, dass die internationalen Sanktionen gegen das Land so schnell wie möglich aufgehoben werden. Während die USA nach dem Treffen in Singapur verdeutlichten, dass dies erst nach einer vollständigen Denuklearisierung geschehen könne, hatte China dafür geworben, die Sanktionen schon früher zu lockern.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump beim Gipfel am 12. Juni in Singapur (Foto: Reuters/J. Ernst)

US-Präsident Trump und Kim beim Gipfel am 12. Juni in Singapur

Peking gilt als großer Gewinner des Gipfels zwischen den USA und Nordkorea, da Kim bekräftigte, die atomare Abrüstung vorantreiben zu wollen und Trump ankündigte, gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea in der Region einstellen zu wollen. Beides sind auch wichtige Forderungen Pekings. China hatte bereits einen symbolischen Sieg errungen, bevor Trump und Kim am vergangenen Dienstag zu ihrem historischen Handschlag ansetzten. Der nordkoreanische Führer und seine Delegation waren mit Sondermaschinen der Fluggesellschaft Air China nach Singapur gereist. Mit den chinesischen Flugzeugen ging es für Kim dann auch zurück Richtung Heimat, was unterstreicht, wie sehr er Peking wieder vertraut.

USA: Planungen für Manöver mit Südkorea gestoppt

Im Zuge seiner Charmeoffensive seit Jahresanfang hatte Kim Ende März zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt 2011 überraschend China besucht und die alte Freundschaft wiederbelebt. Wenige Wochen später folgte ein weiteres Treffen mit Xi in der chinesischen Hafenstadt Dalian. Nach Jahren der frostigen Beziehungen wegen seiner Atom- und Raketentests und der von China als größtem Handelspartner umgesetzten internationalen Sanktionen hatten sich beide Seiten dabei wieder angenähert und eine enge Abstimmung verabredet.

Solche Bilder wird es im Sommer nicht geben: US- und südkoreanische Marineschiffe bei einem früheren Manöver (Foto: picture-alliancedpa/AP Photo)

Solche Bilder wird es im Sommer nicht geben: US- und südkoreanische Marineschiffe bei einem früheren Manöver

Kurz vor dem Besuch von Kim in Peking teilten die USA mit, alle Planungen für ein größeres gemeinsames Militärmanöver mit Südkorea im August gestoppt zu haben. Auch das südkoreanische Verteidigungsministerium bestätigte die Entscheidung, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Pentagon-Sprecherin Dana White erklärte, die Planungen für das Manöver mit dem Namen "Ulchi Freedom Guardian" (Ulchi-Freiheitshüter) seien suspendiert worden. Man sei noch dabei, weitere Schritte zu koordinieren. Über spätere Militärübungen sei noch nicht entschieden worden. An der Übung im August sollten sich 17.500 US-Soldaten beteiligen.

Trump hatte die Manöver provokant genannt. Er liegt mit dieser Einschätzung auf der Linie Nordkoreas. Das Pentagon hatte stets betont, die Übungen seien rein defensiver Natur. Der Stopp der Planungen gilt als Konzession sowohl an Nordkorea als auch an China.

sti/pg (afp, dpa)   

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