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Nordkorea verzichtet auf Atomprogramm

19. September 2005

Bei den Sechs-Parteien-Gespräche in Peking über das nordkoreanische Atomprogramm ist ein Durchbruch erzielt worden. Nordkorea will das Programm aufgeben und soll im Gegenzug vom Ausland Wirtschaftshilfe erhalten.

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Dem Abkommen zufolge müsste Nordkorea einen Baustopp für diesen Reaktor verordnenBild: AP

Bei den Sechs-Länder-Gesprächen einigten sich die Teilnehmer am Montag (19.9.2005) auf ein Abkommen, meldeten die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua und die südkoreanische Agentur Yonhap. Demnach wird Nordkorea nicht nur sein Atomprogramm stilllegen, sondern auch erneut dem Atomwaffensperrvertrag beitreten und internationale Inspektionen seiner Atomanlagen zuzulassen. Als Gegenleistung erhalte das kommunistisch regierte Land Öl- und Energielieferungen sowie Sicherheitsgarantien. Die USA hätten versichert, Nordkorea nicht angreifen zu wollen. Ferner versichern die USA, dass sie keine Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel haben.

Vertrauen aufbauen

Nordkorea wird dem Abkommen zufolge das Recht auf ein ziviles Atomprogramm zugestanden, sobald es wieder das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft gewonnen habe. Ein Zeitpunkt wird dafür nicht festgelegt.

An den Gesprächen sind neben Nordkorea und den USA Südkorea, Russland, Japan und Gastgeber China beteiligt. Die USA und Japan sagten Xinhua zufolge in einer gemeinsamen Erklärung der Gesprächsrunde zudem zu, Schritte zur Normalisierung der Beziehungen zu Nordkorea zu unternehmen. Einen Zeitrahmen dafür nannten sie allerdings ebenfalls nicht.

Neue Runde im November

Nordkorea hatte sich 2002 aus dem Atomwaffensperrvertrag zurückgezogen und Anfang des Jahres erstmals erklärt, Atomwaffen zu besitzen. Hauptstreitpunkt in den nachfolgenden Verhandlungen waren Nordkoreas Forderungen nach einem Programm zur zivilen Nutzung der Atomenergie, Energielieferungen und Sicherheitsgarantien.

Die gemeinsame Erklärung über Grundzüge für ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms ist das erste gemeinsame Dokument, das in den bisher vier Verhandlungsrunden seit zwei Jahren angenommen worden ist. Der chinesische Fernsehsender CCTV berichtete unter Berufung auf den chinesischen Delegationsleiter Wu Dawei, die fünfte Runde der Sechs-Parteien-Gespräche werde Anfang November 2005 stattfinden. (mas)