Nordkorea richtet neue Vorwürfe an die USA | Aktuell Welt | DW | 06.05.2018
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Aktuell Welt

Nordkorea richtet neue Vorwürfe an die USA

Der erste Gipfel zwischen den USA und Nordkorea soll spätestens Anfang Juli stattfinden. Die Vorbereitungen laufen. Jetzt aber üben die Nordkoreaner scharfe Kritik. Washington "untergrabe den Dialog und provoziere".

Nordkorea Kim Jong-Un beobachtet Raketentest (Getty Images/AFP/STR)

Noch hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un den Gipfel mit den USA fest im Blick

Die USA würden die "friedensliebende Absicht der Volksrepublik als Zeichen der Schwäche" auslegen, erklärte das Außenministerium in Pjöngjang. Auch setzten die USA ihren "Druck und ihre militärische Bedrohungen" fort. Die USA müssten das Problem angehen, wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert. Anderenfalls würde die öffentliche Weltmeinung weiter in die Irre geführt.

Viel Lob für sich selbst

Nordkorea reagiert damit auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte Ende April bei einer Kundgebung vor Anhängern gesagt, durch seine Politik der Stärke gegenüber Nordkorea habe er die USA vor einem "Atomkrieg" bewahrt. Erst sein "maximaler Druck" mit harter Rhetorik und scharfen Sanktionen habe zu einem Durchbruch im Konflikt mit Pjöngjang geführt.

Das schon jetzt als historisch eingestufte amerikanisch-nordkoreanische Gipfeltreffen soll Ende Mai oder Anfang Juni stattfinden. Es soll den Weg für eine dauerhafte Entspannung auf der koreanischen Halbinsel ebnen, die seit dem Koreakrieg (1950 - 1953) keine Friedenslösung gefunden hat. Ein wesentliches Hindernis ist die atomare Aufrüstung Nordkoreas, die Pjöngjang gegen den Widerstand des UN-Sicherheitsrates und der darin vertretenen Atommächte vorangetrieben hat.

Washington fordert seit langem von Pjöngjang die komplette, überprüfbare und nicht wieder umkehrbare Einstellung des Atomprogramms. Kim Jong Un hatte bei einem historischen Gipfeltreffen mit Südkoreas Präsident Moon Jae In Ende April dies dann auch zugesagt. 

Wie und bis wann dies konkret erreicht werden soll, ist allerdings unklar. Damit bleiben Zweifel bestehen, die sich durch die neuen Äußerungen aus Pjöngjang verstärken.

Nordkorea Zeitumstellung (picture-alliance/MAXPPP)

Zeitumstellung mit Symbolwert: Koreas Uhren laufen wieder gleich

Die Uhren laufen wieder gleich

Ungeachtet dessen gibt es aber weitere Signale für eine Entspannung auf der koranischen Halbinsel. Dazu gehört auch die Tatsache, dass Nordkorea die Uhren wieder umstellt. "Die Zeitumstellung ist der erste praktische Schritt nach dem historischen dritten Gipfeltreffen zwischen Norden und Süden, um den Prozess der Einigung zu beschleunigen", erklärten die Staatsmedien.

Nordkorea hatte vor knapp drei Jahren eine eigene Standardzeit eingeführt. Jetzt ließ das weitgehend isolierte Land die Uhren wieder um eine halbe Stunde vorstellen. Damit laufen die Uhren in beiden Koreas wieder synchron.

haz/ww (dpa, afp, ap)