Nordkorea reizt die Vereinten Nationen | Aktuell Asien | DW | 28.09.2021
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Raketentest

Nordkorea reizt die Vereinten Nationen

UN-Resolutionen untersagen der selbst erklärten Atommacht Nordkorea den Test von ballistischen Raketen. Doch die Führung in Pjöngjang schert sich nicht um das Verbot.

Kim Song | Nordkoreanischer UN-Botschafter | UN Vollversammlung

Auftritt in New York: Nordkoreas UN-Botschafter Kim Song

Ungeachtet aller Appelle und Verbote hat Nordkorea wohl einen weiteren Raketentest vorgenommen: Die Armee habe ein "unbekanntes Projektil" von der Provinz Chagang an der Grenze zu China abgeschossen und in Richtung Japanisches Meer (koreanisch: Ostmeer) geflogen, teilte der Generalstab in Südkorea mit. Derzeit ist noch unklar war, wie weit die Rakete flog und um welchen Typ es sich handelte. 

Ein Sprecher des japanischen Verteidigungsministeriums sagte, es habe sich anscheinend um eine ballistische Rakete gehandelt. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test solcher Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können. Bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen beharrte der nordkoreanische Gesandte auf das Recht seines Landes, entsprechende Tests vorzunehmen. "Niemand kann uns das Recht auf legitime Verteidigung verweigern", sagte Botschafter Kim Song in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung in New York. Nordkorea baue seine Verteidigungsfähigkeiten aus, "um die Sicherheit und den Frieden des Landes zuverlässig zu gewährleisten".

"Provokation" gegen "feindliche Politik"

Der international weitgehend isolierte Staat in Ostasien ist wegen seines Atom- und Raketenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen. Erst Mitte September hatte die kommunistische Führung zwei Raketentests vorgenommen, was Südkoreas Präsident Moon Jae In als "Provokation" bezeichnete.

Nordkorea Raketentest

Der nordkoreanische Raketentest Mitte September - illustriert auf einen Bildschirm in Tokio

Kürzlich signalisierte die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un allerdings die Bereitschaft ihres Landes zu einem interkoreanischen Gipfeltreffen. Voraussetzung dafür seien "Respekt" und "Unvoreingenommenheit", betonte Kim Yo Jong. Sie brachte auch Gespräche über eine Beendigung des Kriegszustands ins Spiel. Zuvor hatte sie die Regierung in Seoul aufgefordert, ihre "feindliche Politik" gegenüber Nordkorea einzustellen.

Nach dem Korea-Krieg von 1950 bis 1953 war lediglich ein Waffenstillstand geschlossen worden, so dass sich die beiden koreanischen Staaten offiziell noch immer im Kriegszustand befinden.

wa/fab (afp, dpa)

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