Nord- und Südkorea wollen Militärgespräche führen | Aktuell Asien | DW | 09.01.2018
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Koreanische Halbinsel

Nord- und Südkorea wollen Militärgespräche führen

Das Treffen von Vertretern Nord- und Südkoreas nach jahrelanger Funkstille soll nicht das letzte gewesen sein. Beide Seiten wollen weiter verhandeln und ihre Feindseligkeit abbauen.

Südkorea Nordkorea Gespräche in Panmunjom (Reuters/Korea Pool)

Im Grenzort Panmunjom wurden die nordkoreanischen Unterhändler mit Handschlag von ihren südkoreanischen Gespächspartnern begrüßt

Angesichts der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben Nord- und Südkorea sich auf weitere hochrangige Gespräche verständigt. In einer gemeinsamen Mitteilung erklärten die Nachbarländer nach ihrem ersten offiziellen Treffen seit mehr als zwei Jahren, sie wollten die "aktuellen militärischen Spannungen entschärfen" und dazu den wiederaufgenommenen Dialog fortführen.

Nordkorea will an den Winterspielen teilnehmen

Nordkorea hatte sich bei dem Treffen in Panmunjom in der demilitarisierten Zone zwischen den beiden Nachbarn zudem entschieden, Sportler und Unterstützer zu den Olympischen Winterspielen in den Süden zu entsenden, wie die südkoreanische Regierung erklärte.

Südkorea Gespräche zwischen Nord- und Südkorea in Panmunjom (picture-alliance/dpa/YNA)

Nach ihren Verhandlungen gaben beide Seiten eine gemeinsame Mitteilung heraus

Laut der gemeinsamen Mitteilung wird Pjöngjang Athleten, Fans, Künstlern, Zuschauern, einem Taekwondo-Team und Journalisten erlauben, ins nur 80 Kilometer von der entmilitarisierten Zone entfernte Pyeongchang zu reisen. Südkorea verpflichtete sich im Gegenzug, der Delegation die "nötigen Annehmlichkeiten und Einrichtungen" zur Verfügung zu stellen.

Nordkorea Raketentest Kim Jong Un in Pjöngjang (Reuters/KCNA)

Ein weiterer Raketentest von Machhaber Kim Jong Un hatte im Herbst die internationale Gemeinschaft schwer beunruhigt

Weitere Familientreffen angestrebt

Südkorea bemühte sich bei dem Treffen um eine Wiederaufnahme von Familienzusammenführungen, wie die südkoreanische Agentur Yonhap berichtete. Seoul schlug Familientreffen während der Olympischen Spiele vor. Etwa 60.000 zunehmend ältere Südkoreaner, die während des Koreakriegs von 1950 bis 1953 getrennt worden waren, hoffen nach wie vor, ihre Verwandten aus dem Norden wiederzusehen. Die letzten Begegnungen fanden im Jahr 2015 statt.

Der jetzt erfolgten formellen Annäherung waren Monate vorausgegangen, in denen sich der Konflikt auf der seit Jahrzehnten geteilten Halbinsel gefährlich zugespitzt hatte. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un versetzte die internationale Gemeinschaft mit Raketentests und einem weiteren, seinem bislang größten Atomtest in Aufregung. Er verstieß damit abermals gegen Resolutionen der Vereinten Nationen.

Sorge vor weiterem Krieg

Zudem lieferte sich Kim einen verbalen Schlagabtausch mit US-Präsident Donald Trump, der wiederum Nordkorea mit der völligen Zerstörung drohte. All dies löste international die Sorge vor einem Atomkrieg aus.

In seiner Neujahrsansprache kündigte Machthaber Kim dann überraschend an, eine Delegation zu den Spielen im Süden zu entsenden. Beide Staaten befinden sich formal noch im Kriegszustand, weil der Koreakrieg mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensvertrag endete.

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Korea: Die Geschichte einer geteilten Nation

uh/sti (rtr, afp, sid)

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