Nord Stream 2 startet ″bis Ende 2020″ | Aktuell Europa | DW | 27.12.2019
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Gaspipeline

Nord Stream 2 startet "bis Ende 2020"

Von den USA verhängte Sanktionen ließen den bisherigen Zeitplan kippen: Die neue Pipeline durch die Ostsee wird deutlich später fertig als erwartet. Doch Russland hat ein klares Ziel vor Augen.

USA/Deutschland Sanktionen gegen Nord Stream 2 (picture-alliance/dpa/B. Wüstneck)

Mittlerweile nicht mehr im Einsatz: das Verlegeschiff "Audacia" des Offshore-Dienstleisters Allseas

Der russische Energieminister Alexander Nowak hat die Fertigstellung der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 innerhalb eines Jahres zugesagt. Sie werde "bis Ende 2020 an den Start gehen", teilte Nowak mit.

Für die Fertigstellung könne Russland sein Spezialschiff "Akademik Tschersky" zur Verfügung stellen. Dieses befinde sich derzeit aber noch in Fernost. "Wir benötigen etwas Zeit für zusätzliche Vorbereitungen", fügte der Minister hinzu. Die "Akademik Tschersky" wird von einer Tochterfirma des staatlichen Energiekonzerns Gazprom betrieben.

"Schwerer Eingriff"

Ursprünglich war die Fertigstellung von Nord Stream 2 für Anfang 2020 vorgesehen, die Inbetriebnahme sollte wenige Monate später erfolgen. Um US-Sanktionen zu entgehen, hatte der in der Schweiz ansässige Offshore-Dienstleister Allseas seine Beteiligung am Pipeline-Bau jedoch vergangene Woche eingestellt.

Infografik Nord Stream 2 Pipeline Europa DE

Direkt nach Deutschland: Nord Stream 2 ist für eine Kapazität von 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr ausgelegt

Die deutsche Regierung kritisierte die US-Sanktionen als "schweren Eingriff" in innere Angelegenheiten. Das Weiße Haus in Washington argumentiert hingegen, das von Gazprom angeführte Projekt vergrößere den wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Einfluss Russlands in Europa. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass die Vereinigten Staaten vor allem ihr eigenes, teuer produziertes Fracking-Gas in Europa verkaufen möchten.

Nord Stream 2 soll künftig - wie bereits Nord Stream 1 - Gas direkt von Russland nach Deutschland liefern. Damit müsste weniger russisches Gas durch das wichtige Transitland Ukraine gepumpt werden. Mehr als 2000 Kilometer der neuen Leitung mit zwei Strängen sind bereits verlegt, lediglich rund 300 Kilometer fehlen noch.

wa/as (afp, dpa)

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