Nord Stream 2 soll kein Zankapfel mehr sein | Aktuell Welt | DW | 23.06.2021
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Deutsch-amerikanisches Verhältnis

Nord Stream 2 soll kein Zankapfel mehr sein

Die USA und Deutschland wollen ihren Streit um die Gas-Pipeline Nord Stream 2 rasch beilegen. Das gaben Außenminister Heiko Maas und sein US-Kollege Antony Blinken nach einem Gespräch in Berlin bekannt.

USA US Außenminister besucht Berlin - Abflug

Es ist der erste Besuch von US-Außenminister Antony Blinken in Deutschland

Blinken traf am Mittwochmorgen in Berlin ein, es ist sein erster Deutschland-Besuch als US-Außenminister. Es sei eine "Zeit enormer Veränderungen auf der ganzen Welt - positive und negative gibt es", konstatierte Blinken. "Die beste Art, diese zu bewältigen, ist durch Zusammenarbeit."

Dies solle sich auch bei internationalen Konfliktthemen wie der Ukraine, dem Umgang mit China und auch Libyen zeigen. Zur Zukunft des Bürgerkriegslandes fand am Nachmittag eine internationale Konferenz in Berlinstatt, an der beide Außenminister teilnahmen.

Beide Seiten sicherten der Ukraine ihre Unterstützung im Konflikt mit Moskau zu: "Deutschland und die Vereinigten Staaten werden weiterhin zusammenstehen gegen gefährliche und provokative Aktivitäten Russlands, seien es Übergriffe auf das ukrainische Staatsgebiet, die Verhaftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny oder die Verbreitung von Desinformationen in unseren Demokratien", sagte Blinken.

Bei der Pipeline an die Ukraine denken

Der US-Außenminister machte zudem klar, dass sein Land die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 weiter äußerst kritisch sieht. Mit dieser soll in weitaus größerem Umfang als bislang russisches Erdgas nach Deutschland gebracht werden - Washington befürchtet, dass sich Deutschland und Europa mit der Pipeline in eine wachsende Abhängigkeit von Russland begeben und dem Gas-Transitland Ukraine schaden werden.

Deutschland Berlin | US-Außenminister Blinken | Treffen mit Maas

Antony Blinken (r.) und Heiko Maas wollen auch bei Nord Stream 2 zur Gemeinsamkeit finden

"Das ist ein Thema, bei dem wir uns nicht einig sind", sagte Blinken. Durch die Pipeline werde "potenziell die Sicherheit der Ukraine und auch anderer Länder der Region untergraben". Russland dürfe nicht Energie nicht als Waffe benutzen, weder gegen die Ukraine noch gegen jemand anderes in Europa.

Maas betonte seinerseits, dass Deutschland nach Lösungen suche, die auch in Washington mitgetragen werden könnten. Dazu würden derzeit "eine Vielzahl von Ansätzen" diskutiert. Maas verwies auf den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei US-Präsident Joe Biden am 15. Juli. Er hoffe, so Maas, dass es bis dahin Fortschritte beim Thema Nord Stream 2 gebe.

Biden will den Uiguren helfen

Mit Blick auf China betonten die beiden Minister die Wichtigkeit von Menschenrechten. Es gehe nicht darum, China auf internationaler Ebene "zurückzudrängen oder zurückzuhalten", sagte Blinken. Vielmehr strebe sein Land eine "offene, faire regelbasierte" Zusammenarbeit an. Dabei seien aber auch die Menschenrechte wichtig.

Video ansehen 04:36

Deutschland: Nord Stream 2 - Kampf ums Gas (11.2.2021)

Blinken verwies dabei ausdrücklich auf die Unterdrückung der Uiguren und rief dazu auf, nicht von Zwangsarbeit zu profitieren. "Es liegt an uns allen, alles zu tun, damit Produkte von möglicher Zwangsarbeit nicht in unsere Länder kommen." Auch in der Gegenrichtung müsse es strikte Maßnahmen geben: "Technologien und Produkte, die Menschen unterdrücken oder sie in ihren Grundrechten beschneiden, die sollten nicht exportiert werden."

Menschenrechtsorganisationen zufolge sind in der nordwestlichen chinesischen Provinz Xinjiang mindestens eine Million Angehörige der Uiguren und anderer muslimischer Minderheiten in Haftlagern eingesperrt, es gibt immer wieder Berichte über Zwangsarbeit. In der Region ist unter anderem der deutsche Autobauer Volkswagen aktiv.

haz/se (afp, dpa, rtr)

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