Nils Petersen: Über Freiburg zur WM? | Sport | DW | 16.03.2018
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Fußball

Nils Petersen: Über Freiburg zur WM?

Vom Joker zum Stammspieler. Freiburgs Nils Petersen trifft auch gegen Stuttgart und ist mit Timo Werner der mit Abstand erfolgreichste deutsche Offensivspieler. Trotzdem ruft der Bundestrainer nicht an. Warum nur?

Fußball SC Freiburg - VfB Stuttgart Petersen (picture-alliance/Pressefoto Rudel)

"Tor das Jahres" verdächtig: Der Treffer von Nils Petersen gegen Stuttgart

Er ist kein Joker mehr. Er ist das Ass: Nils Petersen. Der Stürmer ist für den SC Freiburg derzeit der wichtigste Spieler. Denn er macht, worauf es im Fußball ankommt: die Tore. Auch zum Auftakt des 27. Spieltags war auf Petersen Verlass - auch wenn er die 1:2 (0:1)-Niederlage gegen den VfB Stuttgart nicht verhindern konnte. 

Es war bereits sein 13. Tor in dieser Saison. Damit ist der 29-Jährige der erfolgreichste deutsche Offensivspieler - zusammen mit Timo Werner, der auf dieselbe Anzahl kommt. Der Unterschied: Timo Werner ist Nationalspieler, Nils Petersen nicht. Für die U20-, U21- und der Olympiaauswahl hat er jeweils ein paar Mal gestürmt, aber für die A-Mannschaft hat es bisher nicht gereicht. Bundestrainer Joachim Löw hat noch nicht angerufen, obwohl nächste Woche zwei Länderspiele anstehen und im Sommer die WM. Warum eigentlich nicht?

Kein reiner Strafraumspieler mehr

Während Mario Gomez, der heute in der Torschützenliste gleich zwei Tore gut machte, und Bayern Münchens Joker Sandro Wagner (beide nun mit sieben Saisontoren) öffentlich um die Gunst von Löw buhlen, ist von Petersen nichts zu hören. Er ist ein "bescheidener und sensibler Mensch", berichtet dessen Vater Andreas Petersen. Der ist Trainer beim Regionalligisten Germania Halberstadt. Die beiden telefonieren regelmäßig und sprechen über die Leistung von Nils.

Fußball SC Freiburg - VfB Stuttgart Tor Ausgleich (picture-alliance/Pressefoto Rudel)

Saisontor Nr 13 - da kann man schon mal jubeln: Nils Petersen

Und da ist in den vergangenen Wochen sehr viel Positives über ihn zu sagen. Das Tor heute gegen Stuttgart - ein gefühlvoller, intuitiver Lupfer über den Torwart (53.), ein "Weltklasse-Tor", wie Matthias Sammer beim Fernsehsender Europsport erklärt (Foto oben). Selbst Konkurrent Gomez sagte: "Ein absolutes Traumtor, das Tor des Jahres werden muss." Und es war eben nicht ein klassisches Abstaubertor, wie er sie früher so gerne machte.

Petersen hatte zuvor durch ein Doppelpassspiel mit Christian Günter das Tor selbst herausgespielt. Längst ist der Freiburger Torjäger nämlich kein reiner Strafraumspieler mehr, nicht mehr nur der laufstarke Profi, der sich im richtigen Moment aus dem Rücken des Gegners schleicht. Er hat in Freiburg gelernt, auch öfter nach hinten mitzuarbeiten und ist sehr viel variabler geworden. An das Traumtor gegen Borussia Dortmund aus 40 Metern Ende Januar erinnern sich bestimmt noch viele Bundesliga-Fans.

Vertrag verlängert beim SC Freiburg

Seit dem 10. Spieltag - damals das Auswärtsspiel in Stuttgart - ist Petersen vom Joker zum Stammspieler und zum Spielführer avanciert. Rund zweieinhalb Jahren spielt er nun beim SC Freiburg und er fühlt sich wohl, so wohl, dass er kürzlich seinen Vertrag verlängert hat, obwohl er Angebote von anderen - weniger abstiegsgefährdeten Klubs - hatte. Aber von Trainer Christian Streich und dem Verein bekommt er die die Wertschätzung, die er zuvor beim FC Bayern München und Werder Bremen vermisst hat. 

Die Frage ist: Warum bekommt er sie nicht vom Bundestrainer? Joachim Löw sollte sich das noch mal gut überlegen. Denn gerade bei einer Weltmeisterschaft ist es gar nicht schlecht, ein Ass im Ärmel zu haben.

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