Nigeria holt Migranten aus Libyen zurück | Aktuell Afrika | DW | 06.01.2018
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Flüchtlinge

Nigeria holt Migranten aus Libyen zurück

Auf ihrer Flucht Richtung Europa sind hunderttausende Afrikaner im Transitland Libyen gestrandet. Dort vegetieren sie unter erbärmlichsten Bedingungen. Landsleuten, die freiwillig zurück möchten, will Nigeria nun helfen.

Libyen Bengasi Illegale Flüchtlinge (Getty Images/AFP/A. Doma)

Illegale afrikanische Migranten in einem libyschen Lager warten auf ihre Rückführung in ihre Heimat

Nigeria will die Rückführung seiner Bürger aus dem nordafrikanischen Land beschleunigen. Seine Regierung habe zwei Flugzeuge gechartert, um zunächst 800 Migranten in ihre Heimat zurückzufliegen, erläuterte der nigerianische Außenminister Geoffrey Onyeama bei einem Besuch in der libyschen Hauptstadt Tripolis. Insgesamt ist zunächst daran gedacht, etwa 5500 Flüchtlinge nach Hause zu bringen, wie der Minister weiter erklärte. Die Flüge fänden in den kommenden Tagen statt. Schon vor einem Monat waren 400 Nigerianer aus Libyen zurückgekehrt

Onyeama hatte sich zuvor nach eigenen Angaben in zwei Lagern für Migranten umgesehen und dort mit einigen seiner Landsleute gesprochen. "Die Wahrheit ist, dass viele dieser Nigerianer viel gelitten haben und extrem traumatisiert sind", sagte er.

Libyen Pressekonferenz nigerianischer Außenminister Geoffrey Onyeama (Getty Images/AFP/M. Turkia)

Nigerias Außenminister Geoffrey Onyeama (r.) erläutert vor Journalisten in Tripolis das Vorhaben seiner Regierung

Der Minister räumte zugleich ein, dass es schwierig sei, die genaue Zahl seiner Landsleute in Libyen zu bestimmen. Nicht alle hielten sich in Lagern auf, andere wiederum seien in sogenannten Haftanstalten, die nicht von den libyschen Behörden kontrolliert würden, sagte Onyeama. Nigerianer sollen jedoch die größte nationale Gruppe unter den hunderttausenden afrikanischen Flüchtlingen in Libyen ausmachen.

Flüchtlinge wie Sklaven verkauft

Die Bedingungen, unter denen im Transitland Libyen die Menschen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara hausen, sind erbärmlichst. Internationale Organisationen kritisieren sie als extrem menschenunwürdig. Entsetzen hatte vor ein paar Wochen ein Bericht des US-Fernsehsenders CNN ausgelöst, demzufolge Migranten in Libyen auf Märkten wie Sklaven verkauft würden.

Nigeria sicherte daraufhin zu, wöchentlich einige hundert Landsleute aus Libyen zurückzuholen. In der Vergangenheit hatte die Europäische Union beklagt, dass Nigeria die Rückführung illegal nach Europa eingewanderter Staatsbürger nicht unterstütze.

se/ml (afp, rtr)

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