Niger: Präsidentschaftskandidat in Pariser Klinik | Aktuell Afrika | DW | 17.03.2016
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Aktuell Afrika

Niger: Präsidentschaftskandidat in Pariser Klinik

Erst saß er im Gefängnis, dann wurde Hama Amadou in ein Krankenhaus verlegt und jetzt zur Behandlung nach Frankreich geflogen. Dennoch hält der Oppositionspolitiker seine Präsidentschaftskandidatur in Niger aufrecht.

Wenige Tage vor der Stichwahl um das Amt des Staatschefs im westafrikanischen Niger ist der Kandidat der Opposition, Hama Amadou, (Artikelbild) aus gesundheitlichen Gründen nach Frankreich geflogen worden. Amadou müsse aufgrund einer schwerwiegenden, chronischen Erkrankung in einem Pariser Krankenhaus behandelt werden, sagte ein Regierungssprecher in Niamey. Zur Art der Erkrankung machte keine Angaben.

Der 66-Jährige Ex-Regierungschef und ehemalige Sprecher des Parlaments war vergangene Woche in ein Krankenhaus in der nigrischen Hauptstadt gebracht worden, nach damaligen Angaben seines Oppositionsbündnisses Copa 2016 wegen eines Augenleidens.

Präsident Issoufou (Foto: AP)

Präsident Issoufou

Issoufou verfehlt absolute Mehrheit

Amadou war 2014 wegen angeblichen Babyhandels angeklagt worden und außer Landes geflohen. Nach seine Rückkehr in den Niger im November war er inhaftiert worden, durfte sich aber als Kandidat für das höchste Staatsamt bewerben. In der ersten Wahlrunde am 21. Februar hatte der amtierende Präsident Mahamadou Issoufou mit 48 Prozent der Stimmen knapp die absolute Mehrheit verfehlt. Amadou kam als Zweitplatzierter auf knapp 18 Prozent.

Der Politiker war von 2011 bis 2013 ein Vertrauter von Issoufou, wechselte dann aber ins Oppositionslager. Amadou hatte den Vorwurf des Kinderhandels stets zurückgewiesen. Es handele sich um eine politische Intrige. Wegen der Inhaftierung Amadous hatten Vertreter der Opposition dazu aufgerufen, die Stichwahl zu boykottieren. Amadou hatte aber erklärt, er wolle gegen Issoufou antreten.

Ärmstes Land der Welt

Niger mit seinen 17 Millionen Einwohnern gilt nach einem UN-Index trotz reicher Uranvorkommen und anderer Bodenschätze als der ärmste Staat der Welt. Das Land ist im Norden und Westen von Kämpfern mit Verbindungen zum Terror-Netzwerk Al-Kaida bedroht, die nigerianische Terrorgruppe Boko Haram wütet im Süden in der Region Diffa nahe dem Tschadsee.

wl/stu (dpa, afp, epd)