Niederlande werfen Russland simulierten Angriff auf Kriegsschiff vor | Aktuell Europa | DW | 30.06.2021
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Schwarzes Meer

Niederlande werfen Russland simulierten Angriff auf Kriegsschiff vor

Russische Kampfjets haben nach Angaben des niederländischen Verteidigungsministeriums wiederholt Scheinattacken auf ein niederländisches Kriegsschiff geflogen. Der Vorfall soll sich im Schwarzen Meer ereignet haben.

Die niederländische Fregatte HNLMS Evertsen im Bosporus bei Istanbul

Die niederländische Fregatte "HNLMS Evertsen" im Bosporus auf dem Weg ins Schwarze Meer

Nach Darstellung des Verteidigungsministeriums in Den Haag haben die russischen Kampfflugzeuge die Fregatte "HNMLS Evertsen" über einen Zeitraum von fünf Stunden "wiederholt bedrängt" und dabei "Scheinattacken" geflogen. Die russischen Flugzeuge seien mit Bomben und Luft-Boden-Raketen bewaffnet gewesen, hieß es weiter.  An Bord der "Evertsen" sei es "zu Störungen an der elektronischen Ausrüstung" gekommen.

Ereignet habe sich der Zwischenfall laut Ministerium bereits am vergangenen Donnerstag. Die Fregatte habe sich zu dem Zeitpunkt südöstlich der von Russland besetzten Krim in internationalen Gewässern befunden. Moskau widersprach der niederländischen Darstellung: Die Flugzeuge hätten "in sicherem Abstand" und "in Übereinstimmung mit den internationalen Regeln" operiert.

Verteidigungsministerin Bijleveld-Schouten: "Unverantwortlich"

Die niederländische Verteidigungsministerin Ank Bijleveld-Schouten nannte das Verhalten der russischen Streitkräfte "unverantwortlich". Die Niederlande würden "Russland darauf ansprechen". Die "Evertsen" habe sich als Teil eines Flottenverbandes in dem Gebiet befunden, zu dem auch die "HMS Defender" gehört.

Georgien Batumi | HMS Defender, britischer Zerstörer

Auf den britischen Zerstörer "HMS Defender" feuerte die russische Schwarzmeerflotte Warnschüsse ab

Auf das britische Schiff hatte die in Sewastopol stationierte russische Schwarzmeerflotte einen Tag zuvor nach eigenen Angaben Warnschüssen abgegeben, weil es der Krim zu nahe gekommen sei. Russland hatte das Manöver als Provokation bezeichnet und vor den Gefahren eines solchen Vorgehens gewarnt. Die britische Regierung wies diese Darstellung zurück.

Die Ukraine und die USA starteten am Montag zusammen mit mehr als 30 weiteren Staaten eine zweiwöchige Militärübung im Schwarzen Meer. Das Manöver "Sea Breeze" hat seit 1997 bereits 21 Mal stattgefunden. Es gilt im Ukraine-Russland-Konflikt als Rückendeckung des Westens für die Regierung in Kiew, vom Kreml wird es regelmäßig kritisiert.

ww/fw (dpa, afp)

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