Niederlande und Türkei tauschen wieder Botschafter aus | Aktuell Europa | DW | 20.07.2018
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Diplomatische Beziehungen

Niederlande und Türkei tauschen wieder Botschafter aus

Nach mehr als einem Jahr wollen die Niederlande und die Türkei ihre Beziehungen wieder normalisieren. Nach einem heftigen Konflikt im März 2017 war das Verhältnis stark abgekühlt.

Türkei Istanbul - Konsulat (Imago/Depo Photos/H. Torun)

Auf dem niederländischen Konsulat in Istanbul weht bereits die niederländische Flagge wieder

Die Türkei werde wieder einen Botschafter nach Den Haag entsenden und die Niederlande einen Botschafter nach Ankara, teilte der niederländische Außenminister Stef Blok in Den Haag mit. Das habe er mit seinem türkischen Amtskollegen telefonisch vereinbart.

Im März 2017 hatten die Niederlande türkischen Ministern Auftritte im Zusammenhang mit dem umstrittenen Referendum untersagt. Ähnliche Maßnahmen hatte es im Übrigen auch in anderen europäischen Ländern gegeben.

Konflikt Niederlande - Türkei (picture alliance/dpa/P. Dejong/AP)

Im März 2017 hatte die Polizei in Rotterdam die Zufahrt zum türkischen Konsulat blockiert, um türkischen Politikern den Zutritt zu verwehren

Die türkische Familienministerin Fatma Betül Sayan Kaya wurde in Rotterdam daran gehindert, vor Landsleuten zu sprechen, und musste unter Protest das Land verlassen. In der Folge waren die Botschafter zurückgerufen worden.

Außenminister Blok äußerte sich erfreut über die Normalisierung: "Das ist notwendig, um frei über die Dinge reden zu können, die uns verbinden, aber auch über Themen, bei denen wir unterschiedlicher Meinung sind." Blok war in den vergangenen Monaten zweimal am Rande von NATO-Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Çavusoglu zusammengekommen. Über die Vorfälle vom März 2017 herrsche weiter Uneinigkeit, schreibt Blok in einem Brief an das Parlament.

In den Niederlanden leben rund 400.000 Personen türkischer Abstammung. Beide Länder unterhalten seit rund 400 Jahren diplomatische Beziehungen.

uh/kle (dpa, afp, rtr)

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