New York macht Ernst mit dem Klimaschutz | Aktuell Amerika | DW | 19.04.2019
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Umweltschutz

New York macht Ernst mit dem Klimaschutz

Alle Achtung! New York geht mutig voran in Sachen Klimaschutz. Der Stadtrat der US-Metropole hat beschlossen, dass große Gebäude bis 2030 den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase um 40 Prozent mindern müssen.

USA | Empire State Building in New York (Getty Images for Autism Speaks/R. Rochlin)

Von der Neuregelung betroffen: das Empire State Building in New York

Bei der angepeilten Senkung der Treibhausgase nimmt die Stadt New York vor allem Immobilienbesitzer in die Verantwortung. Die neuen Umweltschutzvorschriften zielen darauf ab, den Energieverbrauch von Gebäuden massiv zu reduzieren, beispielsweise durch besser isolierende Fenster. Die vorgeschriebene Minderung des Treibhausgasausstoßes um 40 Prozent bezieht sich auf den Stand von 2005. Der Ratsbeschluss gilt für alle Gebäude ab einer Grundfläche von 2.300 Quadratmeter.

Die meisten Emissionen entstehen durch das Verbrennen von Öl und Gas zum Heizen, Kühlen und die Energieversorgung anderer Ausrüstungen. Die Neuregelung betrifft auch Betreiber weltweit bekannter Gebäude wie das Empire State Building oder den Trump Tower. Bei Verstößen gegen die Richtlinien drohen hohe Strafen: Für jede Tonne an Treibhausgasen, die jenseits der erlaubten Menge freigesetzt wird, werden 268 Dollar fällig.

Investitionen von vier Milliarden Dollar

Ein Bericht des Bürgermeisters hatte 2016 ergeben, dass 67 Prozent der Treibhausemissionen in der 8,6 Millionen Einwohner-Stadt auf Gebäude zurückzuführen seien. Die Stadt schätzt, dass Investitionen von rund vier Milliarden Dollar nötig sind, um die Ziele zu erreichen. Der Bürgermeister der größten Stadt der Vereinigten Staaten muss der Neuregelung noch zustimmen. Lokale Medien berichten allerdings, dass Bill de Blasio sie unterschreiben will.

Bürgermeister von New York City Bill de Blasio (picture-alliance/dpa/D. Herrick)

Der Bürgermeister von New York City, Bill de Blasio

Die neuen Regeln für New York zählen zu den fortschrittlichsten weltweit. Sie liegen auf einer Linie mit dem, was linke US-Politiker wie die Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez als "Green New Deal" fordern. Die Nonprofit-Organisation Urban Green Council erklärte, die Entscheidung stelle "die weltweit ambitionierteste Klimaschutzgesetzgebung einer Stadt" dar. Betroffen seien 50.000 der eine Million Bauwerke oder umgerechnet zwei Drittel der bebauten Fläche der Stadt. Der Sprecher des Stadtrates, Corey Johnson, sagte, er hoffe, dass andere Städte dem Vorbild New Yorks folgen und ähnliche Regelungen verabschieden.

Demo für Klimaschutz in Rom

Mehr Klimaschutz – für diese Forderung gingen auch am Freitag Tausende Menschen weltweit auf die Straßen. Allein in Rom versammelten sich Tausende überwiegend junge Leute - mit dabei die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. "Wir werden unseren Kampf für unsere Zukunft fortsetzen", betonte die 16 Jahre alte Schülerin unter dem Jubel der Menge auf der zentralen Piazza del Popolo.

Thunberg warb in Rom für ein radikales Umsteuern in der Klimapolitik. Dafür reichten Wochen oder Monate nicht aus; es brauche Jahre, um etwas zu verändern. Thunberg demonstriert seit vergangenem Sommer jeden Freitag - also meistens während der Schulzeit - für mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz. Ihr Schulstreik hat weltweit Menschen zu Demonstrationen unter dem Motto "Fridays for Future" inspiriert. Eine Sprecherin der "Fridays for Future"-Bewegung in Italien sprach von rund 25.000 Teilnehmern.

Kundgebungen auch in Deutschland

Auch in Deutschland versammelten sich in vielen Städten Hunderte Menschen, unter anderem in Berlin, München, Köln, Hamburg und Düsseldorf. "Die Klimakrise setzt nicht aus, wir auch nicht", schrieb die Aktivistin Luisa Neubauer auf Twitter. Die Schüler waren teilweise dafür kritisiert worden, dass sie während der Schulzeit demonstrieren, und nicht in ihrer Freizeit.

Video ansehen 02:26

Berliner Schüler demonstrieren mit Greta Thunberg (30.03.2019)

Die Kernforderungen der "Fridays for Future"-Bewegung sind: ein rasches Aus für die klimaschädliche Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, keine Subventionen mehr für diese "schmutzigen" Energieträger, mehr Investitionen in erneuerbare Energien aus Windkraft und Sonne. Tatsächlich drängt die Zeit: Schon jetzt hat sich die Erde nach Befunden des Weltklimarats IPCC gegenüber der vorindustriellen Zeit um etwa ein Grad Celsius erwärmt. Die Jahre 2015 bis 2018 waren nach Analysen der Weltwetterorganisation die vier wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert.

Geht es weiter wie bisher, ist Ende dieses Jahrhunderts die Welt wohl gut drei Grad wärmer. Zu den fatalen Folgen gehören je nach Region mehr Hitzewellen, längere Dürren sowie mehr Stürme, Starkregen und Hochwasser. Um den Trend zu stoppen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen etwa aus der Verbrennung von Kohle und Öl oder aus der Tierhaltung stark reduziert werden.

kle/sti (dpa, rtre, kna)

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