Neustart für den Literaturnobelpreis: Akademie benennt neue Mitglieder | Bücher | DW | 05.10.2018
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Literaturnobelpreis

Neustart für den Literaturnobelpreis: Akademie benennt neue Mitglieder

Wegen Streitereien in der Schwedischen Akademie wurde in diesem Jahr kein Literaturnobelpreis verliehen. Nach einer Änderung der Statuten sind nun die Weichen für eine Preisverleihung 2019 gestellt worden.

Nachdem der schwedische König Carl Gustav an diesem Freitag seine Einwilligung zur Statutenänderung gegeben hat, ist der Weg frei für eine Neu-Aufstellung der Schwedischen Akademie: Es ist ihr ab sofort möglich, neue Mitglieder zu wählen, damit es genug Stimmberechtigte für die Ernennung eines Preisträgers im nächsten Jahr gibt.

Und die Akademie präsentierte auch gleich zwei neue Namen: Der Jurist Eric M. Runesson und die Schriftstellerin Jila Mossaed sollen beim nächsten Zusammentreffen der Mitglieder am 20. Dezember aufgenommen werden. Sie folgen auf Lotta Lotass und Kerstin Ekman, die im Mai ausgetreten waren.

Die Schwedische Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, hat 18 Mitglieder, die bislang auf Lebenszeit gewählt waren. Einige hatten ihre Arbeit niedergelegt, weil sie nicht damit einverstanden waren, wie mit dem Skandal um den französischen Regisseur und Fotografen Jean-Claude Arnault umgegangen wurde. Da weitere Mitglieder aus Altergründen nicht mehr aktiv sind, hatte die Akademie ihre Beschlussfähigkeit verloren. Wegen des Streits hatte die Akademie die Verleihung des Literaturnobelpreises in diesem Jahr abgesagt.

Wetten rund um den Nobelpreis

Katarina Frostensson, Jean Claude Arnault (picture-alliance/IBL Schweden)

Katarina Frostenson mit ihrem Mann Jean Claude Arnault

Der 72-jährige Franzose Arnault ist mit Katarina Frostenson verheiratet, die der Schwedischen Akademie angehört. Arnault wurde am 1. Oktober wegen Vergewaltigung und mehrere Fälle sexueller Belästigung zu zwei Jahren Haft verurteilt. Außerdem sollen er und seine Frau sich selbst Fördergelder zugeschanzt haben und auch Namen von Nobelpreisträgern vor der öffentlichen Bekanntgabe verraten haben. Da es einen regen Wettbetrieb rund um die Preise gibt, könnten sie sich auf diese Weise bereichert haben. Eine Anklage wegen Korruption wurde allerdings aus Mangel an Beweisen fallengelassen.

Weil die Mehrheit der Mitglieder gegen den Rauswurf von Frostenson stimmte, stellten drei von ihnen die Arbeit ein, darunter die frühere ständige Sekretärin Sara Danius. 

Nicht mehr lebenslänglich für den Literaturnobelpreis

Eine neue Interpretation der Statuten soll es in Zukunft möglich machen, dass ein Akademiemitglied austreten kann. In der Akademie ging es auch um die Frage, ob Katarina Frostenson aus der Akademie austreten sollte. Ob sie nun weiterhin Jurymitglied bleiben wird, ist öffentlich noch nicht bekannt.

gr/ka (dpa,svenskaakademien.se)

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