Neuseelands Armee sieht Klimawandel als Feind | Aktuell Welt | DW | 06.12.2018
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Sicherheitspolitik

Neuseelands Armee sieht Klimawandel als Feind

Die Streitkräfte des Inselstaates erklären den Klimawandel zu einem ihrer ärgsten Gegner. Die Bedrohung sei sogar größer als die der geopolitischen Streitigkeiten im Pazifik, wo China einige Gebiete beansprucht.

Sturm Gita trifft Neuseeland (picture-alliance/dpa/Chad Sharman/New Zealand Defence Force)

Neuseeländische Soldaten im Frühjahr 2018 bei Vorbereitungen gegen den Zyklon Gita

Das neuseeländische Militär rechnet damit, dass die Folgen der globalen Erwärmung seinen Soldaten zusätzliche Einsätze bescheren und so Kapazitäten beanspruchen, die bisher für traditionelle Militäreinsätze aufgewandt werden. Weil durch den Klimawandel weltweit Wetterextreme mit teils verheerenden Folgen zunehmen, stellen sich die Streitkräfte auf mehr humanitäre Hilfseinsätze auf benachbarten Pazifikinseln ein. Wie die Armee konkret reagieren und ihre Investitionen an die neue Lage anpassen will, soll im nächsten Jahr bekannt gegeben werden.

"Eine der schwerwiegendsten Bedrohungen unserer Zeit"

Die vom Militär vorgelegte Einschätzung "identifiziert den Klimawandel als eine der schwerwiegendsten Bedrohungen unserer Zeit für die Sicherheit", teilte Verteidigungsminister Ron Mark mit. Der Klimawandel habe bereits negative Auswirkungen sowohl im Land als auch in Neuseelands Nachbarländern. Sein für Klimawandel zuständiger Kabinettskollege James Shaw pflichtete bei, die Soldaten würden künftig immer häufiger in Folge extremer Wetterbedingungen zum Einsatz kommen.

Neuseeland Sturm Gita (Reuters/Facebook/Billy Haldane)

Der Sturm Gita richtete im Frühjahr Verwüstungen an, hier in Bainham auf der Südinsel

Im Bericht der Streitkräfte heißt es, diese könnten Neuseeland mit "konkurrierenden Einsatzverpflichtungen" konfrontieren. Die Belastungen könnten die "Einsatzbereitschaft bei anderen Anforderungen reduzieren". Die Zusammenarbeit mit anderen pazifischen Inselstaaten beim Klimawandel, auch Sicherheitsfragen mit eingeschlossen, könne eine Gelegenheit sein, voneinander zu lernen und gleichzeitig strategische Partnerschaften auszubauen.

Soft Power gegen China

Mit Hilfe für in Not geratene Pazifikstaaten will das Militär laut dem Bericht das Ansehen Neuseelands steigern - und so den Einfluss anderer Länder begrenzen. Damit dürfte vor allem China gemeint sein, das zunehmend nach mehr Macht im Pazifikraum strebt. Bereits im Frühjahr hatte die Armee die Einschätzung öffentlich gemacht, dass Chinas steigender Einfluss die Stabilität in der Region gefährde.

USA Jacinda Ardern und Clarke Gayford mit Kind in der UN-Vollversammlung (Reuters/C. Allegri)

Premierministerin Jacinda Ardern mit ihrem Baby Neve in der UN-Vollversammlung im September

Klimawandel im Zentrum der Staatspolitik

Die Eindämmung des Klimawandels ist ein zentrales Thema der Regierung von Premierministerin Jacinda Ardern. Am Mittwoch kündigte sie einen 100 Millionen neuseeländische Dollar (knapp 70 Millionen Euro) schweren Investmentfonds für Projekte an, die die Treibhausgasemissionen des Landes verringern sollen. Derzeit beraten im polnischen Kattowitz Delegierte aus allen Unterzeichnerstaaten des Pariser Klimaschutzabkommens, welche Maßnahmen die Weltgemeinschaft konkret ergreifen kann.

ehl/gri (afp, rtr)

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