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Neuer Torrekord in Dortmund!

22. November 2016

Noch niemals zuvor fielen in einem Champions-League-Spiel so viele Tore wie beim Sieg von Borussia Dortmund gegen Legia Warschau. Allein der BVB trifft achtmal. Bayer 04 Leverkusen zieht vorzeitig ins Achtelfinale ein.

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Reus und Kagawa klatschen sich ab. Foto: Getty Images
Dreifacher Torschützer Marco Reus (l.) bei seinem Comeback nach langer PauseBild: Getty Images/Bongarts/A. Grimm

Was für ein Torrekord-Festival in Dortmund! Die Borussia, bereits für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert, besiegte Legia Warschau mit 8:4 (5:2) und fährt als Spitzenreiter der Gruppe F zum abschließenden Topspiel bei Titelverteidiger Real Madrid am 7. Dezember. Bayer 04 Leverkusen reichte in der Gruppe E ein 1:1 (1:0) bei ZSKA Moskau, um vorzeitig das Ticket fürs Achtelfinale zu buchen.

Reus-Comeback 

Die BVB-Fans freuten sich über die Rückkehr des Langzeitverletzten Marco Reus in die Startelf. Zunächst aber schrieben andere die Schlagzeilen dieses kurzweiligen Champions-League-Abends in Dortmund. Legia Warschau ging überraschend durch Aleksandar Prijovic in Führung. Der Schweizer überraschte die BVB-Abwehr und Torwart Roman Weidenfeller, der für den verletzten Roman Bürki zwischen den Pfosten stand, indem er den Ball zum 1:0 für die Gäste ins linke Eck schlenzte (10.). Die Dortmunder ließen sich davon nicht beeindrucken und gingen durch einen Dreierpack innerhalb von drei Minuten mit 3:1 in Führung. Shinji Kagawa erzielte aus kurzer Entfernung per Kopf den Ausgleich (17.) und 78 Sekunden später mit einem 14-Meter-Schuss ins rechte Eck das 2:1 (18.). Beim dritten Treffer profitierte der BVB von einem Patzer des Legia-Torwarts Radoslaw Cierzniak, der nach einem Freistoß den Ball gegen die Brust von Nuri Sahin faustete, von dort rollte das Leder über die Linie (20.).

Treffer von Sahin zum 3:1 unter Mitwirkung von Legia-Torwart Cierzniak. Foto: Reuters
Kurioser Treffer von Sahin zum 3:1 unter Mitwirkung von Legia-Torwart CierzniakBild: REUTERS

Neuerlicher Weckruf

Die Dortmunder Abwehr machte die Partie wieder spannend, indem sie Prijovic nicht richtig attackierte und der sich mit einem 12-Meter-Schuss ins linke Eck bedankte (24.). Kurz danach hatte er sogar die Chance zum Ausgleich, als er völlig freistehend nur die Latte traf (29.). Das schien der neuerliche Weckruf für den BVB zu sein. Im Gegenzug erzielte Ousmane Dembele mit einem Rechtsschuss das 4:2 (29.). Dann durfte auch Reus jubeln, der auf Zuspiel von Dembele aus vier Metern den Ball zum 5:2-Pausenstand nur noch über die Linie zu drücken brauchte (32.).

Noch zweimal Reus

Legia-Torschütze Prijovic (3.v.l.) jubelt. Foto: Reuters
Legia-Torschütze Prijovic (3.v.l.) jubeltBild: Reuters/W. Rattay

Auch in der zweiten Hälfte ging das muntere Toreschießen weiter. Zunächst markierte Reus nach Vorlage von Dembele das 6:2 (52.), fast eine Kopie seines ersten Treffers. Dann ließ sich die BVB-Abwehr einmal mehr übertölpeln: Michal Kucharczyk (57.) erzielte nach einem Konter aus acht Metern den dritten Treffer für Warschau. Es dauerte bis in die Schlussphase, ehe die nächsten Tore fielen. Nachdem Pierre-Emerick Aubameyang nur den Pfosten getroffen hatte (78.), machte Felix Passlack sein erstes Champions-League-Tor zum 7:3 (81.). Dann durfte wieder Legia ran. Nach einer weiterem bösen Abwehrschnitzer des BVB verkürzte Nimanja Nikolic aus spitzem Winkel zum 7:4 (83.). Dortmunds Trainer Thomas Tuchel tobte an der Seitenlinie, angesichts der Nachlässigkeiten seiner Defensivabteilung. Mit seinem dritten Treffer zum 8:4 sorgte Reus in der Nachspielzeit (90.+3) doch noch für einen versöhnlichen Abschluss. 

So viele Tore wie noch nie

Noch niemals zuvor fielen in einem Spiel der Champions League so viele Treffer wie an diesem Abend in Dortmund. Elf Tore waren 2003 beim Spiel zwischen dem AS Monaco und Deportivo La Coruna (8:3) verbucht worden. In der anderen Partie der Gruppe F gewann Real Madrid bei Sporting Lissabon mit 2:1 (1:0). In der Tabelle führt Dortmund mit 13 Punkten vor Real mit elf Zählern.

Vollands erster Champions-League-Treffer für Bayer

Volland (2.v.r.) erzielt die frühe Führung für Leverkusen und jubelt. Foto: Getty Images
Volland (2.v.r.) erzielt die frühe FührungBild: Getty Images/AFP/Y. Kadobnov

Vergleichsweise unspektakulär verlief das vorletzte Gruppenspiel von Bayer 04 Leverkusen. Die Werkself kam bei ZSKA Moskau nicht über ein 1:1 (0:1)-Unentschieden hinaus, zog aber dennoch vorzeitig ins Achtelfinale ein. Die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt begann in Moskau, wie so häufig in dieser Spielzeit, leichtsinnig in der Abwehr, doch konzentriert im Sturm. Nach einem unnötigen Ballverlust und einem Konter der Russen verhinderte Torwart Bernd Leno einen frühen Rückstand (4.). Hakan Calhanoglu hatte die erste Chance für Bayer. Aus spitzem Winkel setzte er den Ball knapp neben den linken Pfosten (8.). Wenige Minuten später zappelte der Ball im Netz. Nach einer Flanke von Kevin Kampl schaltete Volland am schnellsten und erzielte aus acht Metern das 1:0 (16.) für die Leverkusener. Es war das erste Champions-League-Tor für den Ex-Hoffenheimer im Bayer-Trikot. Die Moskauer, die unbedingt gewinnen mussten, um sich noch eine Chance aufs Achtelfinale zu erhalten, benötigten eine Weile, um den Rückstand zu verdauen. Die beste Gelegenheit hatte Alan Dzagoev mit einem Drehschuss aus spitzem Winkel, der knapp über die Latte zischte (30.). 

Berechtigter Foulelfmeter

Keine Chance für Leno bei Natchos Elfmeter. Foto: Reuters
Keine Chance für Leno bei Natchos Elfmeter Bild: Reuters/M. Zmeyev

In der zweiten Hälfte tat Leverkusen in der Offensive zu wenig, um den Sack endgültig zuzuschnüren. Die beste Gelegenheit hatte noch Calhanoglu (63.), dessen Freistoß aus 20 Metern knapp am linken Pfosten des Moskauer Tors vorbeiflog. Die Bayer-Abwehr blieb anfällig und konnte sich bei Torhüter Leno bedanken, dass ZSKA nicht zum Ausgleich kam: Nach einer Ecke kam Aleksandr Golovin zwei Meter vor dem Tor zum Schuss, Leno hielt (69.). In der 76. Minute war jedoch auch der starke Leverkusener Torwart machtlos: Bebars Natcho verwandelte einen Foulelfmeter zum hochverdienten 1:1. Benjamin Henrichs hatte Mario Fernandes im Strafraum zu Fall bracht. Nach dem Ausgleich brannte es mehrfach lichterloh im Strafraum des Bundesligisten, doch ZSKA ließ auch beste Chancen liegen. Auf der Gegenseite wäre Volland fast noch der Siegtreffer gelungen, doch sein Schlenzer landete am linken Pfosten (80.).

Schmidt: "Nehmen den Punkt gerne mit"

Am Ende musste Bayer 04 jedoch mit dem gewonnenen einen Punkt zufrieden sein, eine Niederlage war durchaus möglich. "Natürlich hätten wir gerne die Führung ins Ziel gebracht", bilanzierte Trainer Schmidt nach der Partie. "Wir hätten hier sehr gerne gewonnen. Aber wir nehmen auch den einen Punkt gerne mit." Die Leverkusener durften sich später doch noch über den vorzeitigen Achtelfinaleinzug freuen, weil Tabellenführer AS Monaco gegen Tottenham Hotspur mit 2:1 (0:0) gewann. Bayer (7 Punkte) kann selbst bei einer Niederlage im letzten Spiel gegen Monaco (11) nicht mehr von Platz zwei verdrängt werden. Tottenham hat vier Punkte.  

Wenn Sie noch einmal in die Spiele in Dortmund und Moskau eintauchen wollen, können Sie DW-Liveticker nachlesen.