Neuer - Bayerns letzte Instanz wackelt | Sport | DW | 21.02.2020
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23. Spieltag

Neuer - Bayerns letzte Instanz wackelt

Der FC Bayern müht sich zu einem Sieg gegen den SC Paderborn. Der sonst so fehlerfreie Manuel Neuer bringt mit einem Patzer sein Team in Bedrängnis. Der 33-Jährige wird aber von seinen Kollegen in letzter Minute erlöst.

Die Spieler des FC Bayern feierten, als hätten sie mit dem 3:2-Siegtreffer von Robert Lewandowski (88.) bereits die Meisterschaft gewonnen. Allen voran reckte Manuel Neuer im Tor der Münchner die Arme in die Höhe und schrie seine Freude, aber auch seine Erleichterung heraus. Es war ein äußerst mühsamer und hauchdünner Erfolg des Tabellenführers gegen den Tabellenletzten. Und der FCB-Torhüter wusste, wie sehr er mit einem schweren Fehler dazu beigetragen hatte, dass es nur zu einem zähen Arbeitssieg reichte.

Neuer schien es bereits geahnt zu haben, als er zu diesem Ball lief. Der Torhüter der Bayern wirkte in dieser Szene ungewohnt zögerlich, nicht so entschlossen, wie er es bereits einige Male zuvor in dieser Partie gezeigt hatte. Bei seinen vorherigen Vorstößen gab es für die Zuschauer auf den Rängen in der Münchner Arena keinerlei Zweifel, wer den Ball zuerst bekommen würde. Nicht der pfeilschnelle Streli Mamba oder auch der nicht viel weniger flinke Kai Pröger aus der Paderborner Offensive hatten bei diesen Konterversuchen die Nase vorn, sondern eben der Nationalkeeper.

Mehrfach souverän geklärt

Neuer war stets da, klärte mit großem Selbstverständnis und bediente mit seinen Befreiungsschlägen sogar noch seine Mitspieler, obwohl er jeweils nur eine Fußspitze vor den gegnerischen Angreifern am Ball war. Solch mutige Aktionen kennzeichnen seit mehr als einem Jahrzehnt das Spiel des mittlerweile 33-Jährigen. Unzählige vermeintlich gefährliche Angriffe von gegnerischen Teams hat er damit als letzte Instanz im Bayern-Spiel neutralisiert und seinem Team damit eine Sicherheit verliehen, die sich viele andere Mannschaften von ihrem Torhüter wünschen würden.

In der 44. Minute gegen Paderborn allerdings hatte ihn sein Gespür verlassen. Der sonst so unfehlbare Nationaltorhüter verschätzte sich und genehmigte dem SCP-Stürmer Dennis Srbeny einen Treffer, von dem er wohl auch noch seinen Enkeln berichten wird. Srbeny spitzelte den Ball an Neuer vorbei, ließ in der Folge auch noch zwei Gegenspieler ins Leere rutschen und verwandelte eiskalt aus sieben Metern. Damit glich der Paderborner die bis dahin verdiente Führung der Münchner durch Serge Gnabry (25.) aus.

Nationale und internationale Anerkennung

Paderborns starker Torhüter Leopold Zingerle kann das 2:3 nicht verhindern (AFP/G. Schiffmann)

Paderborns starker Torhüter Leopold Zingerle kann das 2:3 nicht verhindern

Nicht umsonst hatte sein Kollege von RB Leipzig, Peter Gulacsi, zum Wochenenanfang die Ansicht geäußert, Neuer habe "das ganze Torwartspiel auf ein neues Level gebracht". Widerspruch wird der Ungar für seine Einschätzung nicht ernten. Gerade wegen seiner schier unzähligen gelungenen Ausflüge und der Ballfertigkeit ist dem Münchner die Anerkennung vieler Torhüter auf nationaler und auch internationaler Ebene sicher. 

Noch in der Vorwoche beim scheinbar deutlichen 4:1-Sieg beim 1.FC Köln hatte Neuer mit mehreren Glanzparaden dafür gesorgt, dass die Rheinländer nicht häufiger das Tor treffen konnten. Auch die Diskussion um seine künftige Rolle im Bayern-Team nach der Bekanntgabe, dass Schalke-Torhüter Alexander Nübel im Sommer zum Rekordmeister wechseln wird, hatte Neuer eher noch motiviert denn frustriert. 

Nicht der Abend von Manuel Neuer

An diesem Abend in München war es vor allem sein Gegenüber, Leopold Zingerle, der ein fehlerfreies Spiel zeigte und mit etlichen starke Paraden die Paderborner lange im Spiel hält. Ein Umstand, der dem Nationaltorhüter nicht gefallen wird.

Aber auch Neuer bewahrte sein Team vor dem neuerlichen Ausgleich, als er unmittelbar nach dem 2:1 (70.) durch Robert Lewandowski brillant gegen Sven Michel parierte. Beim zweiten Treffer der Westfalen springt der von Neuer mit dem Arm abgewehrte Schuss dann aber genau vor die Füße Michels, der nur noch einzuschieben braucht. Es war nicht das Spiel von Manuel Neuer. Robert Lewandowski mit seinem zweiten Treffer machte diese Partie dann aber doch noch zumindest akzeptabel für den Bayern-Torhüter.         

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