Neue Spritpreise erbosen Bürger Simbabwes | Aktuell Afrika | DW | 15.01.2019
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Südliches Afrika 

Neue Spritpreise erbosen Bürger Simbabwes

Nach der drastischen Erhöhung der Preise für Treibstoff zogen viele Menschen wütend auf die Straße. Simbabwes Polizei schlug hart zurück. Es gab sogar Tote, wie die Regierung in Harare inzwischen einräumte. 

Gut 3,30 US-Dollar für einen Liter Benzin - statt bisher rund 1,30 Dollar. Und mehr als 3,10 Dollar für einen Liter Diesel! Die von Präsident Emmerson Mnangagwa angeordnete Spritpreis-Anhebung macht weite Teile der Bevölkerung in Simbabwe zornig.

In der Hauptstadt Harare und der zweitgrößten Stadt Bulawayo errichteten Demonstranten Barrikaden, steckten Autoreifen in Brand und plünderten Geschäfte. Sicherheitskräfte hätten "wahllos" Tränengas und vereinzelt auch scharfe Munition eingesetzt, berichteten Augenzeugen. In beiden Städten marschierten am Montagabend Soldaten auf.

Tote, Verletzte, Festgenommene

Bei den Protesten seien mehrere Personen getötet worden, teilte Sicherheitsminister Owen Ncube mit. Auch habe es Verletzte gegeben. Zur genauen Opferzahl machte er keine Angaben. Die Untersuchungen dauerten an. Mindestens 200 Demonstranten seien festgenommen worden, so Ncube.

Zugleich warf er der Oppositionspartei MDC vor, zusammen mit NGOs und Jugendorganisationen für die jüngsten Ausschreitungen verantwortlich zu sein. Ein Sprecher der Opposition wies die Anschuldigungen zurück. Nach seinen Angaben wurde am Abend ein Brandanschlag auf die MDC-Zentrale in Harare verübt, für den er seinerseits Anhänger der regierenden Partei Zanu-PF verantwortlich machte. 

Simbabwe Protest (DW/P. Musvanhiri)

Barrikaden gegen hohe Spritpreise: Protest in Harares Armenviertel Epworth

Bald auch teures Brot?

Simbabwe befindet sich derzeit in der schwersten Wirtschaftskrise seit 2008. Benzin ist Mangelware, weil es dem im Süden Afrikas gelegenen Land an Devisen fehlt. Staatschef Mnangagwa will mit der drastischen Preissteigerung den Treibstoff-Engpass beheben, der sich in den vergangenen Wochen weiter verschärft hatte. Zuletzt mussten Autofahrer teilweise nächtelang vor Tankstellen warten, um Sprit zu bekommen.

Viele Menschen in Simbabwe fürchten, dass nun auch die Preise für andere Dinge des täglichen Bedarfs wie Brot steigen könnten. Die Opposition warnte vor diesem Hintergrund vor einer "humanitären Krise".

wa/nob (afp, dpa, ap)

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