Neue Runde im Konflikt zwischen London und Teheran | Aktuell Welt | DW | 12.07.2019
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Gestoppter Tanker

Neue Runde im Konflikt zwischen London und Teheran

In das Kräftemessen zwischen den USA und Iran ist jetzt auch zunehmend Großbritannien involviert. Die Führung in Teheran verlangt von London die sofortige Freigabe eines vor Gibraltar festgesetzten iranischen Tankers.

"Das ist ein gefährliches Spiel und hat Konsequenzen", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Abbas Mussawi, der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Die angeführten juristischen Gründe für die Festsetzung seien vorgeschoben und nicht gerechtfertigt. "Die Freigabe des Tankers ist im Interesse aller Länder." Die britische Marine hatte den iranischen Tanker "Grace 1" am Donnerstag vergangener Woche vor dem britischen Überseegebiet an der Südspitze Spaniens festgesetzt.

Öllieferung nach Syrien?

Der Tanker war mit Hilfe der britischen Royal Navy unter dem Verdacht gestoppt worden, er sei mit iranischem Öl auf dem Weg nach Syrien. Der Kapitän und der Erste Offizier des iranischen Handelsschiffes seien in Polizeigewahrsam genommen worden. Das teilten die Behörden in Gibraltar mit. Die beiden Besatzungsmitglieder haben einen indischen Pass.

Öltanker auf dem Weg nach Syrien in Gibraltar festgesetzt (Reuters/J. Nazca)

Der iranische Öltanker "Grace 1" sitzt vor Gibraltar fest

Ihnen wird nach offiziellen Angaben vorgeworfen, die europäischen Sanktionen gegen die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verletzt zu haben. Die EU stellt seit 2011 Öllieferungen an Syrien unter Strafe. Es wäre auch ein Verstoß gegen die US-Sanktionen, die Washington gegen Teheran verhängt hat.

Spannungen am Persischen Golf

Der Zwischenfall führte zu einer ernsten diplomatischen Krise zwischen Großbritannien und dem Iran. Die Regierung in Teheran bestellte dreimal den britischen Botschafter ein und forderte, das Schiff unverzüglich weiterfahren zu lassen. Der Oberste Gerichtshof in Gibraltar ordnete allerdings an, dass die "Grace 1" mindestens bis zum 21. Juli nicht wieder auslaufen darf.

Iran Abbas Mussawi (Irna)

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Abbas Mussawi (rechts), wendet sich an London

Am Donnerstag löste ein Zwischenfall mit einem britischen Tanker im Persischen Golf Spekulationen über eine mögliche Vergeltungsaktion des Irans aus. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in London versuchten drei iranische Schnellboote an der Straße von Hormus, das Handelsschiff "British Heritage" an der Durchfahrt zu hindern. Eine britische Fregatte habe sie jedoch zum Abdrehen gezwungen. Die Führung in Teheran bestreitet, in den Vorfall verwickelt zu sein.

pgr/kle/se/haz (dpa, rtr, afp)

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