Neue Luxuswagen für Afrikas letzten absoluten Monarchen | Aktuell Afrika | DW | 08.11.2019
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Afrika

Neue Luxuswagen für Afrikas letzten absoluten Monarchen

Der König von Eswatini ließ 100 Luxusautos importieren, während zwei Drittel seiner Untertanen deutlich unter der Armutsgrenze leben. Und der Ärger über den Monarchen in der Bevölkerung wird immer deutlicher.

Russland | König Mswati III von Eswatini | Swasiland (imago images/ITAR-TASS)

König Mswati III. von Eswatini

80 neue BMW-Limousinen und -SUVs sowie 15 neue Rolls Royce hat der König Mswati III. von Eswatini, ehemals Swasiland, importieren lassen. Die Luxusautos seien mit einem Lkw-Konvoi über die Grenze aus Südafrika herübergefahren worden, berichtete die südafrikanische Zeitung "Sowetan". Vorgesehen sind die Fahrzeuge für die 14 Ehefrauen des Königs, von denen jede einzelne eine eigene Eskorte besitzt. Nach offiziellen Angaben sind die Autos nicht durch öffentliche Gelder finanziert, sondern durch den Verkauf von privatem Besitz des Königs.

Die Anschaffung der Limousinen sorgt in Afrikas letzter absoluter Monarchie für Ärger. Zuletzt protestierten Studenten, nachdem die Regierung seit zwei Monaten ihre Stipendien nicht mehr ausgezahlt hatte. In Manzini, dem Wirtschaftszentrum des Landes, gerieten kurz zuvor demonstrierende Lehrer und Beamte mit der Polizei aneinander. In Mbabane protestierten mehr als 700 Beamte für ein höheres Einkommen. Die Sicherheitskräfte reagierten laut Berichten mit Tränengas und Wasserwerfern.

Swasiland | Proteste von Lehrern und Angestellten im öffentlichen Dienst (AFP/Getty Images/M. Zulu)

Lehrer und Angestellte des öffentlichen Dienstes fordern in Mbabane ein höheres Einkommen

Aktivisten riefen die Nachbarstaaten des Landes zum Handeln auf. "Man kann uns nicht länger mit den Unwirklichkeiten dieser Todesfalle abspeisen, die manche eine 'monarchische Demokratie' nennen", wird ein Vertreter des Gewerkschaftsbunds COSATU von der südafrikanischen Zeitung "The Citizen" zitiert. Der Gewerkschaftsbund verurteilte das Vorgehen der Polizei in Manzini und forderte die Regierung auf, mehr gegen die grassierende Armut zu unternehmen und friedliche Proteste zuzulassen.

Eswatinis verbotene Oppositionspartei Pudemo nennt Mswatis Autokauf angesichts der Armut im Land eine "eklatante Zurschaustellung von Arroganz". Generalsekretär Wandile Dludlu wird mit den Worten zitiert: "Der schamlose König Mswati verwöhnt sich und seine Familie, während er die unzähligen Probleme jener Menschen ignoriert, die er anzuführen vorgibt."

Nach Angaben der Weltbank zählt Swasiland, ein bergiges Königreich zwischen Südafrika und Mosambik, zu den ärmsten Ländern der Welt. Zwei Drittel der 1,4 Millionen Einwohner leben unter der Armutsgrenze. Nach dem UN-Index zur Menschlichen Entwicklung ist Swasiland auf dem 144. von 189 Plätzen. Wiederholt geriet Mswati III. wegen seines autoritären Führungsstils in die Kritik. Nach der Unabhängigkeit Großbritanniens 1968 hatte sein Vater König Sobhuza II. das Mehrparteiensystem abgeschafft. Seitdem zerschlägt sie Polizei regierungskritische Proteste mithilfe strenger Anti-Terror-Gesetze.

jp/stu (afp,kna)