Neue Festnahmewelle in der Türkei | Aktuell Europa | DW | 02.07.2019
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Justiz

Neue Festnahmewelle in der Türkei

Seit dem Militärputsch in der Türkei vor knapp drei Jahren wurden mehr als 77.000 Menschen festgenommen. Und wöchentlich kommen weitere hinzu. Jetzt wurden wieder etliche Haftbefehle gegen Verdächtige ausgestellt.

Die Staatsanwaltschaft in Istanbul, Izmir und Konya ordnete die Festnahme von 137 Menschen an, die Verbindungen zur verbotenen Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen haben sollen. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Ankara wirft der Bruderschaft vor, den Staatsdienst unterwandert zu haben und hinter dem Putschversuch zu stehen. Laut Anadolu wurden im westtürkischen Izmir und im zentralanatolischen Konya 42 beziehungsweise 40 Soldaten gesucht, von denen ein Teil in der Vergangenheit bereits aus dem Dienst entlassen worden war. Die Staatsanwaltschaft Istanbul schrieb nach eigenen Angaben 40 Soldaten zur Fahndung aus. Insgesamt wurden im Laufe des Vormittags 61 der Gesuchten festgenommen.

Wöchentlich neue Verhaftungen

Auch knapp drei Jahre nach dem Umsturzversuch vom 15. Juli 2016 werden noch immer fast wöchentlich mutmaßliche Gülen-Anhänger festgenommen. In den vergangenen Monaten wurden insbesondere Armeeangehörige verhaftet, die verdächtigt werden, Telefonkontakte mit führenden Kadern der Gülen-Bewegung gehabt zu haben. Kritiker sehen die Festnahmen als willkürlich an und warnen, die Rechte der Verdächtigen würden nicht gewahrt.

bri/as (afp, rtre)