Neue Führungsspitze für Berlinale: Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek | Kino | DW | 22.06.2018
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Berliner Filmfestspiele

Neue Führungsspitze für Berlinale: Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek

Nun ist es offiziell: Künstlerischer Leiter der Berlinale wird der Italiener Carlo Chatrian, die Geschäftsführung übernimmt Mariette Rissenbeek. Das neue Führungsduo löst den bisherigen Berlinale-Chef Dieter Kosslick ab.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters präsentierte die neue Berlinale-Führung am Freitag (22.06. 2018) in Berlin während einer Sitzung des zuständigen Aufsichtsrates. Künstlerischer Leiter wird Charlo Chatrian (46), geschäftsführende Leiterin die Niederländerin Mariette Rissenbeek (61).

Grütters dankte dem langjährigen Berlinale-Chef Dieter Dieter Kosslick nochmal ausdrücklich für seine Arbeit. Das Gremium war dem Vorschlag einer Findungskommission gefolgt.

Der gebürtige Italiener Chatrian, der die künstlerische Leitung 2019 übernimmt, gilt als eingefleischter Cineast. Seit 2012 ist er künstlerischer Leiter des Internationalen Filmfestivals in Locarno im schweizerischen Tessin und hat dort starke, publikumswirksame Akzente gesetzt. Chatrian hat Literatur und Philosophie studiert, arbeitete in jungen Jahren als Filmkritiker und hat Bücher über Wong Kar-Wai, Frederick Wiseman und Nanni Moretti geschrieben.

Gut vernetzt in der internationale Filmszene

Er besitzt gute Kontakte in die südamerikanische, asiatische und afrikanische Filmszene. "Die Berlinale ist ein großartiges Festival mit viel Potenzial, aber ich glaube nicht, dass ich dafür geeignet bin, zumal ich ja kein Deutsch spreche", sagte er noch 2017 in einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit". Deutsch versteht Chatrian inzwischen recht gut, spricht es aber bisher nicht.

Wie sein Kurs an der Berlinale-Spitze aussehen könnte, verriet er in einem Gespräch mit der "Neuen Zürcher Zeitung": "Für mich stehen immer noch die Filme im Mittelpunkt, aber ich denke, heutzutage können Festivals nicht einfach nur Filme projizieren. Man muss etwas drum herum bieten." Klar ist: Mit dem weltweit größten Publikumsfestival wartet in Berlin ein riesiger Festival-Tanker auf den versierten Festivalleiter Chatrian. Angesichts radikal veränderter Sehgewohnheiten gibt es Reformbedarf.

68. Berlinale – Eröffnung -Dieter Kosslick (picture alliance/AP Photo/M. Schreiber)

Dirigiert 2019 noch ein letztes Mal die Berlinale: Dieter Kosslick

Die neue Doppelspitze wird durch die geschäftsführende Leiterin ergänzt. Mariette Rissenbeek, 1956 in Posterholt in den Niederlanden geboren, studierte Germanistik und arbeitete in der Werbeindustrie. Seit 2010 ist sie Geschäftsführerin der German Films Service + Marketing GmbH. Sie war außerdem Jurymitglied beim Internationalen Filmfestival Turin, Dokfest München, Deutsch-türkischen Festival Nürnberg und beim BANFF TV Festival und ist ebenfalls gut vernetzt.

Streit um Berlinale-Zukunft beendet

Kulturstaatsministerin Monika Grütters zeigte sich zufrieden mit der Wahl des neuen künstlerischen Berlinale-Leiters. Als Kurator eines sehr anspruchsvollen Arthouse-Filmprogramms in Locarno habe er sich weltweit einen hervorragenden Ruf erworben: "Uns hat Chatrian durch seine Leidenschaft für den Film und seine lebhafte, kommunikative Art überzeugt. Er ist weltweit bestens vernetzt, steht für eine internationale Perspektive und stellt sich als Vertreter einer jüngeren Generation der digitalen Zukunft."

Um die Nachfolge für Kosslick, den "Mr. Berlinale", hatte es im Vorfeld eine heiße Debatte gegeben. Prominente deutsche Regisseure hatten in einem offenen Brief einen inhaltlichen Neustart für die Berlinale gefordert. Sie müsse weiter mit großen Konkurrenz-Festivals mithalten können. Bislang gilt die Berlinale neben Cannes und Venedig als eines der wichtigsten internationalen Filmfestivals der Welt.

sd/ka (dpa/afp/epd)

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