Neue Fälle von Polizeigewalt in den USA | Aktuell Amerika | DW | 04.09.2020
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Rassismus

Neue Fälle von Polizeigewalt in den USA

Sieben Polizisten sind nach einem neuen Fall mutmaßlicher Polizeigewalt in der Stadt Rochester suspendiert worden. Familienangehörige veröffentlichten ein Video von dem Einsatz Ende März - daraufhin gab es Proteste.

Video ansehen 00:39

"Gegen den Rat des Rechtsbeistands": Bürgermeisterin von Rochester suspendiert Polizisten

Die Bürgermeisterin der Stadt Rochester im US-Bundesstaat New York, Lovely Warren, hat die Suspendierung der sieben Polizisten bekannt gegeben. Einen Tag zuvor war von Familienmitgliedern ein Video von dem Polizeieinsatz veröffentlicht worden, der bereits Ende März erfolgte. Es zeigt, wie mehrere Polizisten Daniel Prude, der nackt und in Handschellen auf dem Boden kniet, einen Sack über den Kopf stülpen, wohl um ihn vom Spucken abzuhalten. Minuten später ist zu sehen, wie der Afroamerikaner auf einer Trage in einen Krankenwagen gebracht wird. Eine Woche später stirbt er.

Polizeieinsatz gegen Daniel Prude (picture-alliance/AP Photo/Roth and Roth/Rochester Police)

Ein Polizist stülpt Daniel Prude bei dem Einsatz Ende März einen Sack über den Kopf

Der "New York Times" zufolge gilt als Todesursache Ersticken. Zudem sei ein Delirium durch die Droge PCP festgestellt worden.

Die Familie des 41-Jährigen erklärte, Prude habe psychische Probleme gehabt. Er habe sich Sorgen gemacht und deshalb die Polizei gerufen, sagte sein Bruder. "Ich habe angerufen, um Hilfe zu holen, nicht um ihn zu lynchen."

Rochester, Bürgermeisterin Lovely Warren (picture-alliance/AP/A. Kraus)

Rochesters Bürgermeisterin Lovely Warren äußert sich zur Suspendierung der sieben an dem Einsatz beteiligten Polizisten

In Rochester kam es nach dem Bekanntwerden des Vorfalls zu Protesten. Am Times Square in der Millionenmetropole New York forderten mehrere hundert Demonstranten, dass die Verantwortlichen für den Tod Daniel Prudes in Rochester zur Rechenschaft gezogen werden müssten. Gouverneur Andrew Cuomo nannte die jetzt veröffentlichten Videoaufnahmen des Einsatzes "tief verstörend".

USA, Rochester - Proteste nach brutalem Polizeieinsatz in Rochester (picture-alliance/AP/A. Kraus)

Am Rande der Proteste in Rochester kommt es auch zu Zusammenstößen mit Polizisten

18-Jähriger stirbt im Krankenhaus

Auch aus der Hauptstadt Washington wird ein neuer Zwischenfall gemeldet, bei dem ein Schwarzer von einem Polizeibeamten getötet wurde. Eine Streife war am Mittwoch alarmiert worden, um im Südosten der Stadt Berichte über eine bewaffnete Person zu prüfen, wie die Polizei mitteilte. Beim Eintreffen der Beamten seien zwei Personen zu Fuß geflohen. Eine von ihnen habe dabei mit einer Pistole hantiert, weswegen ein Beamter einen Schuss auf sie gefeuert habe, hieß es weiter. Der 18-Jährige erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Polizei veröffentlichte am Donnerstag auch das Video der Bodycam des Polizisten, das die Verfolgung und den Schuss auf den Verdächtigen zeigt.

In der kalifornischen Metropole Los Angeles wiederum hatte ein Beamter am Montag einen schwarzen Radfahrer erschossen, der eine Pistole bei sich trug. Seit der Tötung des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis Ende Mai hat sich in den USA eine heftige Debatte um Rassismus und Polizeigewalt entwickelt, die auch immer wieder zu Demonstrationen und Protesten führt. Erst vor etwa zwei Wochen schoss die Polizei einem Schwarzen in der Stadt Kenosha im Bundesstaat Wisconsin mehrfach in den Rücken. Der Fall von Jacob Blake, der schwer verletzt überlebt hat, beeinflusst auch den US-Präsidentschaftswahlkampf

nob/se (dpa, afp, rtr)

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