NASA-Sonde OSIRIS-REx erreicht Asteroid Bennu | Wissen & Umwelt | DW | 03.12.2018
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NASA-Sonde OSIRIS-REx erreicht Asteroid Bennu

Nach mehr als zwei Jahren Reise erreicht die NASA-Raumsonde OSIRIS-REx den Kleinstplaneten Bennu, der der Erde in ferner Zukunft gefährlich werden könnte.

Die NASA-Raumsonde OSIRIS-REx ist nach mehreren Bremsmanövern am 3. Dezember beim Kleinstplaneten bzw. Asteroiden 101955 Bennu angekommen und in seine Umlaufbahn eingeschwenkt. Vor zwei Jahren, am 8. September 2016, war die Sonde in Cape Canaveral im US-amerikanischen Bundesstaat Florida an Bord einer Atlas V 411-Rakete gestartet. 

OSIRIS-REx steht für"Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security – Regolith Explorer asteroid sample return mission" (Herkunft, Spektral Interpretation, Ressourcen-Erkundung, Sicherheit – Regolith Entdecker Asteroidproben Rückführungsmission). 

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Messen, Proben nehmen, zurückfliegen

Der sperrige Name beschreibt ziemlich genau die vielfältigen Aufgaben der Sonde: Zunächst soll sie den Asteroiden für etwa ein Jahr umkreisen und detailliert vermessen. Im Rahmen der Untersuchung soll die Sonde auch mögliche Landeplätze ausfindig machen. Die letzte Aufgabe der Sonde besteht dann darin, auf dem Asteroiden aufzusetzen und mit einem Roboterarm eine Probe zu nehmen.

OSIRIS-REx Sonde landet auf dem Asteroiden Bennu. (picture-alliance/dpa/NASA/Goddard)

OSIRIS-REx soll Bennu mit dem Greifarm berühren und dann mit einem Stickstoff-Strahl Gestein extrahieren.

Der Arm soll für etwa fünf Sekunden die Oberfläche berühren und dabei Stickstoff in das Gestein blasen. So sollen sich kleine Stücke lösen und diese in einem Sammelbehälter landen. Die Sonde hat genug Stickstoff an Bord, um drei Versuche zur Probennahme auszuführen. Die Forscher wollen zwischen 60 Gramm und zwei Kilogramm Material einsammeln.  

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Ein kleiner Himmelskörper – aber groß genug, um gefährlich zu sein

Das Lande- und Abflugmanöver wird erst dadurch möglich, dass der Asteroid vergleichsweise klein ist. Weil er so klein ist, hat er nur eine minimale Gravitation. Sein Durchmesser beträgt weniger als 500 Meter. Das könnte aber immer noch schwere Folgen haben, falls Bennu irgendwann einmal auf die Erde treffen sollte.

Astronomische Berechnungen haben gezeigt, dass eine Kollision theoretisch zwischen den Jahren 2169 und 2199 möglich sein könnte. Zwar beträgt auch dann die Wahrscheinlichkeit nur knapp 0,07 Prozent. Das sollte aber ausreichen, um das Forscherinteresse zu wecken. Je mehr wir über Bennu wissen, desto besser ist es für uns. 

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OSIRIS-REx Satellit der NASA in der Fertigungshalle (picture-alliance/dpa/NASA/D.Gerondidakis)

Neben dem Greifarm zur Probennahme hat OSIRIS-REx noch fünf weitere Messgeräte an Bord

Namen im Schülerwettbewerb ausgewählt

Übrigens: Den Namen Bennu hat der Asteroid, der bereits 1999 entdeckt wurde, erst 2013 bekommen. Die NASA hat ihn aus mehr als 8000 Schüler-Vorschlägen ausgewählt.

Rechtzeitig zum März 2021 muss die Sonde das Material eingesammelt haben. Dann öffnet sich ein Fenster für die Rückkehr der Sonde zurück zur Erde. Wenn alles gelingt, sollen die Proben im September 2023 auf der Erde ankommen.

Nasa | Asteroid Bennu (NASA/Goddard/University of Arizona)

Dieses Bild von Bennu hat die Sonde Ende Oktober mit ihrer Teleskop-PolyCam aus 330 Kilometern Entfernung geschossen.

Kameras, Spektrometer und Laser

Um seine Aufgaben zu erfüllen, ist OSIRIS-REx mit fünf Instrumenten ausgestattet: Zunächst ist da die Kameraeinheit OCAMS. Sie besteht eigentlich aus drei separaten Kameras: Eine Kamera soll den Asteroiden kartieren. Die zweite hat ein 20-Zentimeter Teleskop. Sie kann den Asteroiden bereits aus der Ferne fotografieren, in der Nähe aber auch mikroskopisch genaue Aufnahmen der Oberfläche liefern. Drittens gibt es die Probennahme-Kamera SamCam. Ihre Aufgabe besteht darin, die Probennahme in kurzer Bildfolge zu fotografieren und zu dokumentieren, dass sie erfolgreich war.

Andere Instrumente sind ein Laser-Altimeter (OLA), um die Oberflächenbeschaffenheit zu messen, ein Thermal-Emissions-Spektrometer (OTES), das Informationen über den mineralischen Aufbau des Asteroiden liefern soll, und ein Spektrometer für sichtbares und infrarotes Licht (OVIRS). Ergänzt wird das ganze durch ein Röntgen-Spektrometer (REXIS), das den Aufbau des Regoliths, also des Gesteins, durchleuchten soll.

Und falls irgendwann doch noch herauskommt, dass Bennu Kurs auf die Erde nimmt? Dann ist sicher noch genug Zeit, eine neue Rakete zu dem Asteroiden zu schicken. In dem Fall heißt das allerdings, dass die Rakete auf Kollisionskurs mit Bennu geht: Früh genug ein kurzer heftiger Stoß und die Flugbahn ändert sich langfristig so, dass Bennu keine Gefahr mehr für die Erde darstellt.

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